KRAFTON richtet den Blick klar nach vorn. Beim internen Townhall-Event „KRAFTON LIVE TALK“ hat das Unternehmen seine Strategie für die kommenden Jahre vorgestellt – mit einem ziemlich eindeutigen Ziel: weg vom Einzeltreffer, hin zur belastbaren Franchise-IP. PUBG bleibt dabei das Rückgrat, soll aber nicht länger allein stehen.
- Lernen, testen, skalieren – statt alles auf einmal
- PUBG bleibt Fundament – aber nicht allein
- KI als Werkzeug, nicht als Selbstzweck
CEO CH Kim beschreibt den Kurs als Übergang von Planung zu Ausführung. Mehr eigene Produktionen, mehr gezielte Veröffentlichungen und eine deutlich härtere Priorisierung bei Ressourcen sollen dafür sorgen, dass neue Marken schneller wachsen dürfen – oder ebenso schnell wieder verschwinden, wenn sie nicht tragen.
Lernen, testen, skalieren – statt alles auf einmal
KRAFTON setzt bewusst auf frühe Releases. Kleine Teams, frühes Feedback, klare Entscheidungspunkte. Early Access, regionale Soft-Launches oder limitierte Zielmärkte sollen zeigen, welches Projekt wirklich Potenzial hat, bevor es groß aufgezogen wird.
Aktuell laufen 26 Projekte parallel, zwölf davon sollen in den nächsten zwei Jahren erscheinen. Darunter bekannte Namen wie Subnautica 2, Palworld Mobile oder NO LAW. Der Fokus liegt dabei nicht auf maximaler Reichweite zum Start, sondern auf klar messbarer Resonanz bei einer Kernzielgruppe.
Auch bereits etablierte Titel bleiben im Rennen. inZOI und Mimesis haben im Early Access jeweils die Millionengrenze geknackt und gelten intern nun als strategische IPs mit langfristiger Perspektive.
PUBG bleibt Fundament – aber nicht allein
Parallel dazu soll die PUBG-Marke weiter ausgebaut werden, allerdings weniger als einzelnes Spiel und stärker als Content-Plattform. KRAFTON will mehr nutzergenerierte Inhalte, mehr Sandbox-Elemente und mehr Raum für kreative Spielweisen, die auf Gunplay, Physik und Mechaniken von PUBG aufbauen.
Neue Ableger wie PUBG: Black Budget oder PUBG: BLINDSPOT sollen außerdem testen, wie flexibel die Marke genreübergreifend funktioniert. Mobile und Cross-Platform-Ansätze bleiben dabei zentral, um bestehende Märkte zu halten und neue zu erschließen.
KI als Werkzeug, nicht als Selbstzweck
Auch das Thema KI spielt eine Rolle, allerdings mit klarer Abgrenzung. KRAFTON nutzt KI vor allem dort, wo sie Entwicklung effizienter macht oder Spielerlebnisse erweitert, etwa durch sogenannte Co-Playable Characters. Seit der internen Ausrichtung als „AI First“-Company liegt der Fokus auf Automatisierung von Workflows – nicht auf Ersatz von Kreativität, sondern auf Freiräumen dafür.
Langfristig denkt das Unternehmen sogar über Anwendungen jenseits klassischer Games nach, etwa im Bereich Physical AI oder Robotik. Das bleibt aber bewusst Zukunftsmusik.
Unterm Strich klingt KRAFTONs Strategie weniger nach großer Vision und mehr nach kontrolliertem Pragmatismus. PUBG soll weiter tragen, neue Ideen dürfen wachsen – aber nur, wenn sie sich bewähren. Für ein Unternehmen dieser Größe ist das ein bemerkenswert nüchterner Ansatz.
Veröffentlicht: 18. Januar 2026 19:16 Uhr