Es sind oft die leisen Abgänge, die am meisten hängen bleiben. Hideki Konno, einer der prägenden Designer und Produzenten der Nintendo-Geschichte, hat das Unternehmen offenbar bereits im vergangenen Sommer verlassen – ohne Pressemitteilung, ohne Abschiedsworte, ohne große Bühne.
- Von Mario-Levels bis Mario Kart
- Der Name hinter Mario Kart
- Nicht der einzige Abschied
- Eine Generation tritt leise ab
Aufgefallen ist das Ganze erst jetzt. Nutzer:innen der Famiboards bemerkten, dass Konnos Facebook-Profil seinen Ausstieg bei Nintendo bereits für Juli vermerkt. Weder Konno selbst noch Nintendo haben diesen Schritt öffentlich kommentiert. VGC bestätigte die Angaben kurz darauf. Für einen Entwickler, der fast vier Jahrzehnte lang zentrale Serien mitgeprägt hat, wirkt dieser Abgang fast irritierend unspektakulär.
Von Mario-Levels bis Mario Kart
Hideki Konno kam 1986 zu Nintendo – zu einer Zeit, in der das Unternehmen gerade begann, seine heutige Identität zu formen. Früh arbeitete er als Assistant Director an Doki Doki Panic, das außerhalb Japans als Super Mario Bros. 2 bekannt wurde, sowie an Super Mario Bros. 3. Bei beiden Titeln war er auch im Leveldesign involviert.
Es folgten weitere Schlüsselprojekte der 16-Bit-Ära. Konno arbeitete als Map Director und Leveldesigner an Super Mario World, bevor er selbst Regie führte – unter anderem bei Yoshi’s Island, SimCity auf Nintendo-Systemen und Luigi’s Mansion. Spiele, die nicht nur technisch, sondern auch tonal bis heute nachwirken.
Der Name hinter Mario Kart
Sein größtes Vermächtnis bleibt jedoch Mario Kart. Konno war Director des originalen Super Mario Kart und von Mario Kart 64 – zwei Spiele, die das Genre der Fun-Racer praktisch definiert haben. Später wechselte er stärker in die Produzentenrolle und begleitete nahezu jeden Hauptteil der Reihe, von Mario Kart DS über Mario Kart Wii bis hin zu Mario Kart 8 Deluxe und Mario Kart Tour.
In Mario Kart World taucht sein Name nur noch unter „Special Thanks“ auf. Rückblickend wirkt das fast wie ein stilles Übergabedokument.
Nicht der einzige Abschied
Die Entdeckung von Konnos Abgang fällt zeitlich mit einer weiteren Nachricht zusammen. Erst kürzlich bestätigte Kensuke Tanabe, ebenfalls Nintendo-Veteran seit 1986, dass Metroid Prime 4 sein letztes Projekt für das Unternehmen war. Auch Tanabe war an Doki Doki Panic und Super Mario Bros. 3 beteiligt, bevor er in den 90ern zu einer der zentralen Produzentenfiguren für externe Studios wurde – unter anderem bei Pokémon Snap, Eternal Darkness, Paper Mario und Metroid Prime. Insgesamt ist er an über 150 Spielen beteiligt gewesen.
Eine Generation tritt leise ab
Mit Konno und Tanabe verabschieden sich keine Randfiguren, sondern Architekten des modernen Nintendo-Gefühls. Und sie stehen nicht allein. Viele der bekannten Namen aus der Famicom- und Super-Famicom-Ära sind inzwischen im Ruhestandsalter oder kurz davor. Shigeru Miyamoto, Yoshio Sakamoto, Takashi Tezuka, Koji Kondo, Eiji Aonuma – sie alle haben das Fundament gelegt, auf dem Nintendo heute noch steht.
Dass Konno ohne offizielle Würdigung gegangen ist, passt dabei fast zu Nintendo selbst. Der Fokus liegt stets auf den Spielen, nie auf den Personen. Trotzdem markiert dieser stille Abschied einen spürbaren Einschnitt. Nicht als Bruch – sondern als langsamer Generationswechsel.
Veröffentlicht: 25. Januar 2026 22:46 Uhr