Meta hat seinen aktuellen Quartalsbericht veröffentlicht – und auch dieses Mal zeigt sich, dass das Metaverse teuer bleibt. Die Sparte Reality Labs, zuständig für VR-Headsets und smarte Brillen, verzeichnete im dritten Quartal einen operativen Verlust von 4,4 Milliarden US-Dollar. Zwar liegt das leicht unter dem Minus des Vorquartals, doch die Zahlen zeigen: Die Vision von Mark Zuckerberg kostet weiterhin Milliarden.
Umsatz steigt, Verluste bleiben
Mit 470 Millionen US-Dollar Umsatz konnte Reality Labs zwar deutlich zulegen, doch an der Bilanz ändert das kaum etwas. Laut Finanzchefin Susan Li sei der Anstieg auf den Vorlauf fürs Weihnachtsgeschäft zurückzuführen. Viele Handelspartner hätten bereits im dritten Quartal größere Mengen der Quest-Headsets eingekauft, die damit als Umsatz verbucht wurden.
Für das vierte Quartal rechnet Meta allerdings wieder mit geringeren Reality-Labs-Einnahmen. „Unser Ausblick spiegelt ein starkes Wachstum im Werbegeschäft wider, wird aber teilweise durch niedrigere Umsätze bei Reality Labs kompensiert“, erklärte Li.
Vom Metaverse zur KI-Brille
Auf Nachfragen zu den massiven Verlusten blieb Li vage. Man arbeite noch an den Budgetdetails für das kommende Jahr und wolle deshalb keine Prognose abgeben. Klar ist aber, dass sich der Fokus innerhalb der Sparte verschiebt. „Wir versuchen derzeit, das Momentum Richtung KI-Brillen zu lenken“, sagte Li.
Das Produkt, das in Kooperation mit Ray-Ban entwickelt wird, soll laut Meta zum neuen Schlüsselprojekt werden. Es soll zu einer Plattform werden, auf der KI-Anwendungen direkt im Alltag genutzt werden können. Statt virtuelle Welten zu schaffen, scheint Meta also zunehmend an einer physischen Schnittstelle zwischen Nutzer:innen und künstlicher Intelligenz zu arbeiten.
Trotz der anhaltenden Verluste bleibt Reality Labs ein strategisches Experimentierfeld für Meta. Während der Konzern im Werbegeschäft weiter Rekordgewinne einfährt, bleibt das Metaverse – oder was davon übrig ist – vorerst ein teures Zukunftsversprechen mit neuem Namen: KI in Brillenform.
Veröffentlicht: 7. November 2025 02:11 Uhr