Die nächste Zäsur im VR-Bereich kommt diesmal von ganz oben. Meta hat bestätigt, dass im Januar über 1.000 Stellen in der Reality-Labs-Sparte gestrichen werden. Teil dieser Entscheidung ist die komplette Schließung von drei internen Game-Studios – Armature Studio, Sanzaru Games und Twisted Pixel.
- Abschied von bekannten VR-Namen
- Ein Rückzug mit Ansage
- Was bleibt vom VR-Traum?
Offiziell ist der Schritt Teil eines strategischen Kurswechsels. Meta verlagert Investitionen weg vom klassischen Metaverse-Gedanken hin zu Wearables wie AI-Brillen. Die freiwerdenden Mittel sollen genau dort reinvestiert werden.
Abschied von bekannten VR-Namen
Für die VR- und Games-Szene ist das ein spürbarer Einschnitt. Armature Studio war seit 2008 aktiv und arbeitete über die Jahre an Ports und Co-Development-Projekten, aber auch an eigenen Titeln wie Batman: Arkham Origins Blackgate oder Dead Star. Besonders prägend war zuletzt der Resident-Evil-4-Port für Meta Quest, der letztlich auch zur Übernahme durch Meta führte.
Sanzaru Games hatte einen ähnlich langen Weg hinter sich. Das Studio war unter anderem für Secret Agent Clank, Sly Cooper: Thieves in Time und Spyro: Year of the Dragon verantwortlich. Mit Asgard’s Wrath gelang 2019 ein VR-Erfolg, der als Aushängeschild für hochwertige Quest-Inhalte galt. Auch der Nachfolger aus dem Jahr 2023 wurde stark aufgenommen – umso härter wirkt jetzt das plötzliche Ende.
Twisted Pixel wiederum war vor allem durch Xbox-360-Klassiker wie The Maw, ‘Splosion Man oder The Gunstringer bekannt, bevor der Fokus komplett auf VR rückte. Nach der Übernahme durch Meta folgten mehrere Oculus-Projekte, zuletzt Marvel’s Deadpool VR.
Ein Rückzug mit Ansage
Ganz überraschend kommt dieser Schritt nicht. Meta hatte bereits im vergangenen Jahr Ready At Dawn geschlossen, ein weiteres Studio mit starken VR-Wurzeln. Gleichzeitig schreibt Reality Labs seit Jahren rote Zahlen. Allein im dritten Quartal 2025 belief sich der operative Verlust auf rund 4,4 Milliarden US-Dollar – trotz steigender Umsätze.
Meta selbst formuliert den Kurswechsel nüchtern. Man habe bereits angekündigt, Investitionen vom Metaverse hin zu Wearables zu verschieben. Jetzt werde dieser Plan konsequent umgesetzt. Finanzchefin Susan Li hatte zuletzt betont, dass der Fokus klar auf AI-Brillen liege.
Was bleibt vom VR-Traum?
Mit der Schließung von gleich drei Studios verliert Meta einen großen Teil seiner internen Spielekompetenz. Für Entwickler:innen und Fans bleibt vor allem die Frage, welche Rolle klassische VR-Games künftig noch spielen sollen, wenn der Konzern seinen Blick immer stärker auf Hardware, Plattformen und KI richtet.
Reality Labs bleibt bestehen, aber der kreative Kern wird sichtbar kleiner. Für viele fühlt sich das weniger nach Neuausrichtung an, sondern nach einem stillen Rückzug aus genau dem Bereich, der VR einst greifbar und spielbar gemacht hat.
Veröffentlicht: 18. Januar 2026 18:45 Uhr