Die gamescom 2025 lief in Köln vom 20. bis 24. August. Zwischen Cosplay und Currywurst legte NVIDIA einen Auftritt hin, der mehr war als eine Grafikkarten-Show. Natürlich ging es um neue Software, aber vor allem um Games als Spielwiese für Technologien, die schnell darüber hinauswachsen:
- Köln als Testfeld
- G-Assist: Der PC bekommt eine Stimme
- Wenn NPCs zuhören
- DLSS 4: Mehr Bilder, spaßigeres Ballern
- Cloud auf Blackwell
- Eine App regelt das
- Spiele als Trial Run für die echte Welt
- Von Köln in den Alltag
On-device-Spracherkennung in Echtzeit. KI-Assistenten, die den PC bedienen wie ein erfahrener Techie. Cloud-Upgrades, die Latenz und Bildqualität messbar verbessern.
Die Messe wurde zum Labor, und Gaming lieferte die Stresstests.
Fakten zuerst
- DLSS 4 ist jetzt in über 175 Spielen und Apps verfügbar und kommt in weitere Blockbuster. Multi Frame Generation kann pro klassisch gerendertem Frame bis zu drei Zusatzbilder erzeugen.
- GeForce NOW steigt im September auf Blackwell-Server um. Ultimate streamt bis zu 5K bei 120 FPS, inklusive DLSS 4 und neuem Cinematic Quality Streaming. Preise bleiben laut NVIDIA gleich.
- Die NVIDIA App Beta bringt globale DLSS-Overrides und Smooth Motion für RTX-40-Karten. Statusanzeigen landen direkt im Overlay.
- Project G-Assist läuft jetzt auf allen RTX-GPUs mit 6 GB VRAM, auch auf Laptops. Das neue Modell braucht 40 Prozent weniger Speicher, Plug-ins kommen über mod.io.
- NVIDIA ACE taucht in The Oversight Bureau auf, inklusive neuer Riva-Spracherkennung. In-Game-Inference über NVIGI 1.2 wird breiter und einfacher.
Köln als Testfeld
Die zentrale GeForce-Zusammenfassung liest sich wie ein Release-Plan für die nächsten Monate. Neben frischen DLSS-4-Integrationen und einem Borderlands-4-Bundle nennt NVIDIA klar, wohin die Reise geht:
Features wandern aus Optionsmenüs in eine zentrale App, KI-Modelle in Spiele und Treiber, Cloud-Hardware auf Blackwell. Diese Bündelung sorgt dafür, dass neue Technik schneller Alltag wird, nicht nur in einem Vorzeigetitel.
G-Assist: Der PC bekommt eine Stimme
G-Assist ist nicht länger eine nette Demo für Enthusiasten. Der Assistent liest Temperaturen aus, zeichnet FPS-Kurven, ändert GPU- oder sogar Peripherie-Einstellungen und versteht Text wie Sprache. Dank eines effizienteren Modells fällt der VRAM-Hunger spürbar, wodurch die Beta auf praktisch allen RTX-Systemen mit 6 GB läuft, inklusive Laptops.
Wer mehr will, dockt Plug-ins an, die durch das Dateiformat JSON und die Programmiersprache Python entstehen und über mod.io geteilt werden. So wird aus einem Helfer ein Baukasten, der sich den Bedürfnissen der User anpasst.
Wenn NPCs zuhören
ICONIC Interactives The Oversight Bureau dient als Spielfeld für ACE, NVIDIAs Avatar Cloud Engine, einen Baukasten für KI-NPCs und Echtzeitdialoge. Die Spielfigur spricht, das Spiel versteht in Sekundenschnelle, NPCs reagieren mit Mimik, Stimme und Inhalt. Möglich machen das ACE-Modelle und Riva-ASR, die lokal mit geringer Latenz arbeiten.
Für Entwickler ist NVIGI 1.2 spannend, weil es In-Game-Inference mit Direct3D erleichtert und Sprach- wie Sprachmodell-Inference über ein einheitliches Interface verwaltet. Kurz gesagt: weniger Klebstoffcode, mehr Experimente mit dialogfähigen Figuren.
DLSS 4: Mehr Bilder, spaßigeres Ballern
Multi Frame Generation ergänzt klassisch gerenderte Frames um zusätzliche Zwischenbilder. Ergebnis: ein massiver FPS-Schub, der auf RTX-50-Karten besonders knallt und über DLSS Frame Generation sowie DLSS Super Resolution auch ältere RTX-Generationen spürbar beschleunigt.
Wichtig ist, wo das landet. Borderlands 4 startet am 12. September mit DLSS 4. The Outer Worlds 2 folgt am 29. Oktober. Dazwischen: Lost Soul Aside am 29. August, Hell is Us am 4. September, Indiana Jones and the Great Circle bekommt Anfang September ein DLC mit RTX Hair. Auch PRAGMATA, Phantom Blade Zero, CINDER CITY und mehr sind an Bord.
Diese Streuung über Genres und Termine sorgt dafür, dass DLSS 4 sicher nicht als Messe-Buzzword verpuffen wird, sondern im Spielekalender eine große Rolle spielt.
Cloud auf Blackwell
GeForce NOW bekommt eine Frischzellenkur, die Cloud-Gaming-Skeptiker besänftigen sollte: RTX-5080-Klasse in der Cloud, 5K bei 120 FPS, bis zu 360 FPS bei 1080p mit Reflex, plus eine globale Streaming-Qualitätsstufe, die Farbtreue und Textschärfe sichtbar anzieht.
Entscheidend ist auch die Bibliothek: Durch Install-to-Play verdoppelt sich die Zahl der verfügbaren Titel laut NVIDIA auf über 4.500, inklusive großer Releases wie Borderlands 4, Dying Light: The Beast und The Outer Worlds 2. Das Update startet im September, ohne Preisaufschlag für Ultimate.
Eine App regelt das
Die neue NVIDIA-App-Beta macht aus verstreuten Schaltern ein ordentliches Cockpit. Wer will, aktiviert DLSS-Overrides global und muss nicht mehr jedes Spiel einzeln anfassen. Smooth Motion füllt Bildratenlücken auf RTX-40-Karten, und das Overlay verrät, was gerade aktiv ist.
Dazu wandern beliebte 3D-Settings aus dem Control Panel in die App, was die Pflege des Systems vereinfacht. Kein Hexenwerk, aber genau die Quality-of-Life-Schritte, die PC-Gaming bequemer machen.
Spiele als Trial Run für die echte Welt
NVIDIA denkt größer als Gaming. Ein Spiel, das Sprache lokal erkennt, Timing hält und nebenbei noch eine hohe Framerate liefert, löst dieselben Probleme wie viele Alltagsgeräte.
Headsets, Infotainment, Industrie-UIs, AR-Brillen: überall braucht es schnelle, lokal laufende Modelle, gute Scheduling-Strategien und effiziente Pipelines.
Mit NVIGI 1.2 rückt diese Mischung näher an den Mainstream, weil KI-Workloads sich wie Bausteine in Engines stecken lassen. Gaming ist die härteste Bühne, denn Fehler fallen sofort auf. Wer in dieser Arena besteht, kann es fast überall schaffen.
Von Köln in den Alltag
Kurzfristig wird die Bildrate zur Konstante. Mittelfristig werden Stimmen relevanter als Menüpfade, wenn ACE-Bausteine in mehr Projekten landen.
The Oversight Bureau zeigt die Möglichkeiten und inZOI experimentiert mit ACE-gestützten Smart-Zonen, die auf Verhalten reagieren. Parallel zieht die Cloud nach. Wer auf Steam Deck streamt, bekommt ein Upgrade auf 90 FPS, und 5K-120-Streams machen große Monitore plötzlich sinnvoll.
Am Ende der Messe bleibt der Eindruck, dass NVIDIA Gaming nicht nur Gaming vorantreibt, sondern es auch als Crashkurs für KI und Infrastruktur nutzt. Heute sind es mehr Frames in Borderlands, morgen sind es Gespräche mit NPCs, übermorgen reagieren Geräte in Wohnung und Auto genauso flüssig.
Erst Gaming, dann die Welt: Das klingt übertrieben, war aber in Köln spürbar.
Veröffentlicht: 8. Oktober 2025 08:57 Uhr