Sony PlayStation
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PlayStation denkt über selbstspielende Games nach

Sony hat ein Patent eingereicht, das eine alte Debatte neu auflädt. Wie viel Hilfe ist noch Spiel, und ab wann übernimmt das System. Der sogenannte Ghost Player soll genau dort einspringen, wo Spieler:innen nicht weiterkommen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Was das Patent konkret beschreibt
  2. Die Linie von Game Help zu Ghost Player
  3. Frisches vom Feed
  4. Assistenz ist nichts Neues
  5. Industrie weiter als die Debatte
  6. Der Blick in die Zukunft

Kern der Idee ist eine KI gesteuerte Version der eigenen Spielfigur. Diese kann auf Abruf erscheinen und einen Abschnitt lösen oder vorführen. Das Patent beschreibt zwei Modi. Im Guide Mode zeigt die KI die Lösung, im Complete Mode erledigt sie den Abschnitt vollständig. Der Controller bleibt dabei sprichwörtlich liegen.

Was das Patent konkret beschreibt

Laut Patentunterlagen wird der Ghost Player nicht über festgelegte Entwickler Skripte gesteuert. Die KI soll stattdessen aus vorhandenem Gameplay Material lernen. Damit würde sie reale Spielweisen nachahmen und nicht nur eine optimale Lösung abspulen. Wenn man beispielsweise bei Star Wars Jedi: Survivor bei den Puzzles nicht weiterkommt, könnte eine KI-Version von einem selbst kurz übernehmen und die Lösung einer Zwischensequenz demonstrieren.

Entscheidend ist der Kontext. Das Patent wurde im September 2024 eingereicht, der internationale Statusbericht wurde nun veröffentlicht. Das bedeutet nicht, dass die Technologie kurz vor dem Einsatz steht. Patente sichern Ideen ab, nicht Produkte.

Die Linie von Game Help zu Ghost Player

Der Ghost Player wird im Patent als Weiterentwicklung des PS5 Game Help Systems beschrieben. Dieses System liefert Bilder oder Videos direkt ins Spiel, abrufbar über Karten. Gedacht ist es als Alternative zu externen Guides. Vor allem Trophy-Jäger:innen schätzen theoretisch die Funktion, auch wenn sie bislang nur selten genutzt wird.

Der Unterschied ist fundamental. Während euch Game Help etwas erklärt, spielt Ghost Player für euch das Spiel. Damit verschiebt sich die Rolle der Assistenz von Unterstützung hin zur Stellvertretung.


Frisches vom Feed


Assistenz ist nichts Neues

Hilfesysteme gehören seit Jahren zum Standard. Spiele erlauben das Überspringen von Kämpfen, das Senken des Schwierigkeitsgrads oder bieten Hinweise bei Rätseln. Auch Sony nutzt diese Werkzeuge intensiv. Gerade God of War Ragnarök stand in der Kritik, weil Begleiter Lösungen teils ungefragt und früh aussprechen.

Der Ghost Player wäre die konsequente Fortsetzung dieser Linie. Nicht mehr nur Hinweise, sondern Ausführung. Für Spieler:innen die bei schwereren Aufgaben schnell frustriert sind, könnte dieses Feature für Langzeitmotivation sorgen, wenn es denn zugänglicher und intuitiver ist. 

Industrie weiter als die Debatte

Sony steht mit der Idee nicht allein. Microsoft hat im Vorjahr Copilot for Gaming vorgestellt. Der Ansatz ist ähnlich, die Umsetzung anders. Copilot agiert als Begleiter, beantwortet Fragen, installiert Spiele oder gibt Rückblicke. Auch hier geht es um Zugänglichkeit und niedrige Einstiegshürden.

Der Unterschied liegt im Eingriff. Copilot hilft außerhalb oder am Rand des Spiels. Sonys Ghost Player greift direkt ins Spielgeschehen ein.

Der Blick in die Zukunft

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Sony diese Technologie tatsächlich einsetzen will. Das Patent sagt nichts über konkrete Spiele, Zeiträume oder Hardware aus. Offen bleibt auch, wie Spieler:innen die Kontrolle über solche Systeme behalten sollen. 

Die zentrale Frage bleibt unbeantwortet. Wenn ein Spiel sich selbst löst, was ist dann der Erfolg wert? Sonys Patent liefert darauf keine Antwort. Es zeigt nur, dass die Grenze zwischen Spielen und Zuschauen technisch immer weiter verwischt. 


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Author
Image of Aykut Özbey
Aykut Özbey
Esports & Gaming Journalist
Aykut Özbey ist freier Gaming- und Esport-Journalist. Nach fünf Jahren bei ProSiebenSat.1 und Auftritten im TV-Format „eFernsehen” auf ProSieben MAXX arbeitet er heute an eigenen Projekten. Mit „30 Minuten Zocken” macht er Games für Berufstätige und Studierende im Alltag greifbar. Seit August 2025 unterstützt er unsere Escapist Redaktion mit aktuellen Gaming-News.