Pocketpair
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Pocketpair will Steam sehen – sonst kein Job

Bei Pocketpair läuft Recruiting ein bisschen anders als in vielen anderen Studios. Wer sich dort als Game Designer bewirbt, muss nicht nur Lebenslauf und Portfolio einreichen, sondern auch Screenshots der eigenen Steam-Bibliothek. Ohne Steam? Kein Interview.

Inhaltsverzeichnis
  1. Spielzeit als Gesprächsgrundlage
  2. Ein Studio, das von Spieler:innen gebaut wurde
  3. Erfolg, Expansion – und Dauerstress
  4. Der Elefant im Raum bleibt

CEO Takuro Mizobe hat das kürzlich offen erklärt. Bewerber:innen ohne Steam-Spielhistorie scheiden bereits in der ersten Sichtung aus. Nicht aus Elitismus, sondern aus Überzeugung. Pocketpair sucht Entwickler:innen, die Spiele nicht nur machen, sondern sie obsessiv spielen – und zwar dort, wo Indie-Games entstehen, wachsen und scheitern.

Spielzeit als Gesprächsgrundlage

Die Screenshots sind kein Gimmick. Im Bewerbungsgespräch geht es ganz konkret um die meistgespielten Titel in der Bibliothek. Kandidat:innen sollen erklären, wie Mechaniken funktionieren, warum bestimmte Designentscheidungen getroffen wurden und was ein Spiel von anderen im Genre abhebt. Wer nur buzzwords kennt, fliegt auf. Wer wirklich gespielt hat, merkt das sofort.

Konsolen-Spielzeit darf zwar ergänzt werden – PlayStation, Xbox oder Switch sind kein Ausschlusskriterium – aber Steam bleibt der Maßstab. Mizobe sagt klar, dass Pocketpair Kolleg:innen sucht, die Indie-Games kennen, die oft nur auf Steam existieren. Genau dort liegt schließlich auch die DNA des Studios.

Ein Studio, das von Spieler:innen gebaut wurde

Das passt zur Geschichte von Pocketpair. Sowohl Palworld als auch das frühere Craftopia hatten ihre größte Community auf Steam. Der Erfolg kam nicht aus Marketingformeln, sondern aus einem tiefen Verständnis dafür, was Spieler:innen gerade reizt.

Auch Head of Publishing John „Bucky“ Buckley bestätigt das. Als er selbst anfing, wurde er zu Spielen wie Slay the Spire ausgefragt. Nicht, um Wissen abzuprüfen, sondern um Haltung zu verstehen. Pocketpair will keine Designer:innen, die Trends kopieren, sondern Menschen, die spüren, warum ein Spiel funktioniert.

Erfolg, Expansion – und Dauerstress

Palworlds Start war entsprechend explosiv. Innerhalb weniger Tage gingen Millionen Kopien über den digitalen Tresen, die Spielerzahlen schossen durch die Decke. Kurz darauf folgte die Zusammenarbeit mit Sony, um das neue Franchise strategisch auszubauen.

Parallel arbeitet Pocketpair weiter am Universum. Updates, ein Koop-Farming-Spin-off namens Palworld: Palfarm und sogar ein physisches Trading Card Game stehen bereits fest. Stillstand ist dort gerade keine Option.

Der Elefant im Raum bleibt

Trotzdem läuft nicht alles entspannt. Der Rechtsstreit mit Nintendo und The Pokémon Company begleitet das Studio weiter. Patente, Gegenklagen, neue Wendungen – all das passiert parallel zur Entwicklung. Pocketpair arbeitet Richtung Version 1.0, während im Hintergrund weiter juristisch gezerrt wird.

Gerade deshalb wirkt der Recruiting-Ansatz fast logisch. Wer in so einem Umfeld arbeitet, muss Spiele wirklich lieben – nicht nur als Produkt, sondern als Medium. Für Pocketpair beginnt diese Liebe ganz banal mit einer Steam-Bibliothek. Und mit der Fähigkeit, über Spiele zu sprechen, als wären sie Teil der eigenen Biografie.


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Author
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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️