Arknights: Endfield Key Art
HYPERGRYPH / GRYPHLINE

Review: Arknights: Endfield – mein Gamescom-Sci-Fi-Kick

Es gibt Demos, die spielst du, nickst kurz, gehst weiter. Und es gibt Demos, die setzen sich in den Kopf wie ein Song, der einfach nicht mehr aufhört. Arknights: Endfield auf der gamescom 2025 war für mich Letzteres. Eigentlich wollte ich nur mal reinschauen, ein bisschen Gameplay sehen, ein paar Notizen machen – und dann war die halbe Stunde rum, und ich hatte das Gefühl, gerade erst an der Oberfläche gekratzt zu haben.

Inhaltsverzeichnis
  1. Wach werden auf Talos-II
  2. Das Tutorial, das hängen bleibt
  3. Kämpfen wie ein Tanz
  4. Valley IV – ein Ort, der lebt
  5. Action trifft Aufbau
  6. Das UX als heimlicher Star
  7. Gamescom-Moment
  8. Fazit ohne Fazit

Wach werden auf Talos-II

Endfield schmeißt dich direkt rein: Du bist der „Endministrator“, seit Jahren im Tiefschlaf, wachgeküsst von Perlica, die dir so nebenbei eröffnet, dass du mal eben ein Jahrzehnt verpennt hast. Willkommen auf Talos-II, einem Mond, der so feindlich wie faszinierend wirkt. Überall Originium, dieses magische Mineral, das Zivilisationen aufbaut und im gleichen Atemzug zerstören kann. Aggeloi, Kreaturen, die aussehen, als wären sie direkt aus einem Sci-Fi-Bestiarium geflohen. Und Landbreaker, Menschen am Rand der Gesellschaft, die dich sofort angreifen, sobald du deine ersten Schritte machst.

Es ist ein klassischer Sci-Fi-Opener, aber er funktioniert. Schon in den ersten Minuten hatte ich dieses Gefühl, dass hier eine Welt auf mich wartet, die nicht nett sein will. Und gleichzeitig war ich einfach nur gebannt von der Optik. Ja, klar, Genshin-Vergleiche drängen sich auf: Anime-Look, große Areale, hübsche Charaktermodelle. Aber Endfield fühlt sich anders an. Weniger Bonbon, mehr Metall. Weniger „komm, lauf durch meine Fantasy-Wiese“, mehr „pass auf, jeder Stein könnte dich umbringen“.

Das Tutorial, das hängen bleibt

Bevor ich richtig loslegen konnte, kam das Tutorial – und das war überraschend gut. Viele Spiele machen das trocken, Endfield hat’s liebevoll eingebaut. Klare Anweisungen, keine nervigen Pop-ups, sondern organisch in die ersten Kämpfe integriert. Dazu das UX Design: schlicht, elegant, null überladen. Man merkt sofort, dass hier Leute sitzen, die wissen, wie viel ein gutes Interface für den Flow bedeutet. Alles klickt. Ich musste nie suchen, wo was ist, nie rätseln, welcher Button was macht. Schon in den ersten Minuten fühlte sich alles so an, als hätte ich das Spiel schon länger in den Händen.

Kämpfen wie ein Tanz

Und dann ging’s los. Arknights: Endfield ist Action – aber nicht die plumpe Sorte, sondern mit Flow. Man steuert ein Viererteam, kann jederzeit wechseln, haut Basic-Kombos raus, setzt Skills, Ultimates. Es knallt, es funkelt, es sieht unfassbar gut aus. Aber was mir richtig gefallen hat: Es ist kein stumpfes Button-Mashing. Gegner haben eine Imbalance-Leiste, die man füllen kann. Sobald die voll ist, kippt das ganze Kampfgefühl: plötzlich sind sie verwundbar, du haust Exekutions-Angriffe raus, und für ein paar Sekunden fühlst du dich wie der König von Talos-II.

Ich hatte das Gefühl, die Kämpfe sind ein Tanz. Dashes im richtigen Moment, Kombos aneinanderreihen, Figuren im richtigen Timing wechseln – das alles macht Laune. Selbst in der kurzen Demo hab ich gespürt, wie viel Tiefe da noch drin steckt. Und das war nur die Oberfläche.

Valley IV – ein Ort, der lebt

Valley IV, die Zone, in der das Spiel startet, ist ein kleines Kunstwerk. Splittige Klippen, neblige Täler, Felsen, die aussehen, als könnten sie gleich brechen. Dazu Vegetation, die nicht nur Deko ist, sondern sich in die Atmosphäre einfügt. Es ist nicht die knallige Disney-Welt, sondern eine Szenerie, die gleichzeitig schön und bedrohlich wirkt. Ich hab mich mehrmals dabei erwischt, einfach stehenzubleiben, um die Aussicht zu genießen. Und das auf einer Messe, wo es überall dröhnt und blinkt.

Wenn ein Spiel es schafft, dich in so einer Umgebung so sehr rauszuziehen, dass du den ganzen Trubel vergisst – dann hat es was.

Action trifft Aufbau

Leider hab ich im Hands-on das Base-Building noch nicht selbst ausprobieren können, aber allein die Erklärungen und kurzen Präsentationen lassen mich ziemlich gespannt zurück. Förderbänder, Maschinen, Stromnetzwerke – quasi Factorio light, eingebettet in eine RPG-Struktur. Kämpfen und Bauen, Chaos und Ordnung, alles im gleichen Spiel.

Die Entwickler sprachen von einer 50:50-Balance zwischen RPG und Fabrik-Sim. Und ehrlich: Wenn das aufgeht, dann hat Arknights: Endfield etwas, das kaum ein anderes Action-RPG bietet. Ich hab sofort diese Vision im Kopf, wie ich nach einem langen Kampf in meine Basis zurückkehre, Förderbänder neu lege, Ressourcen verarbeite – und wie beides zusammen einen Loop ergibt, der süchtig macht.

Das UX als heimlicher Star

Ich muss es nochmal betonen: Das UX Design hat mich richtig beeindruckt. Alles wirkt clean, durchdacht, ohne überflüssigen Ballast. Gerade in einem Spiel, das Action-Kämpfe mit Management-Parts verknüpft, ist das Gold wert. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mich durch Menüs kämpfen muss. Stattdessen war jeder Klick logisch, jeder Screen klar. Es ist fast schon unauffällig – und genau das macht es so stark.

Gamescom-Moment

Es war nur eine halbe Stunde. Aber in dieser halben Stunde hab ich vergessen, dass ich auf der Gamescom war. Ich war auf Talos-II, zwischen Aggeloi und Landbreakern, mit meinem Viererteam im Kampf, während im Hintergrund diese bedrückend-epische Musik lief. Und als mich der Timer auf dem Bildschirm daran erinnerte, dass meine Zeit vorbei sei, wollte ich eigentlich nur „noch fünf Minuten“ raushandeln.

Genau dieses Gefühl macht für mich den Unterschied: Wenn ein Spiel schon in der ersten Session so sehr zieht, dass man die reale Welt vergisst, dann ist da etwas. Und das HYPERGRIPH-Personal am Stand selber? Phänomenal. So freundlich, zuvorkommend und gewillt, jegliche Frage zu beantworten – das findet man selten.

Fazit ohne Fazit

Arknights: Endfield hat noch kein Release-Datum, wird aber free-to-play auf PC, PS5 und Mobile erscheinen. Crossplay inklusive. Und ich schwöre: Das wird gefährlich. Nicht, weil es billig auf Belohnungen setzt, sondern weil es zwei Dinge kombiniert, die ich liebe – taktische Action und Aufbau-Sims.

Ja, es erinnert an Genshin. Aber wenn Genshin der bunte Zuckerrausch ist, dann ist Endfield der schwarze Kaffee danach. Härter, kantiger, mit einer Welt, die nicht nett sein will. Ein Spiel, das dich fordert – und gleichzeitig so verdammt schön ist, dass du trotzdem immer wieder hinsiehst.

Ich hab’s nur eine halbe Stunde gespielt. Aber schon jetzt weiß ich: Wenn Endfield erscheint, verliere ich Wochen. Und ganz ehrlich? Ich freu mich drauf.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Wach werden auf Talos-II
  2. Das Tutorial, das hängen bleibt
  3. Kämpfen wie ein Tanz
  4. Valley IV – ein Ort, der lebt
  5. Action trifft Aufbau
  6. Das UX als heimlicher Star
  7. Gamescom-Moment
  8. Fazit ohne Fazit
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Wach werden auf Talos-II
  2. Das Tutorial, das hängen bleibt
  3. Kämpfen wie ein Tanz
  4. Valley IV – ein Ort, der lebt
  5. Action trifft Aufbau
  6. Das UX als heimlicher Star
  7. Gamescom-Moment
  8. Fazit ohne Fazit
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Wach werden auf Talos-II
  2. Das Tutorial, das hängen bleibt
  3. Kämpfen wie ein Tanz
  4. Valley IV – ein Ort, der lebt
  5. Action trifft Aufbau
  6. Das UX als heimlicher Star
  7. Gamescom-Moment
  8. Fazit ohne Fazit
Author
Image of Linda Güster
Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️