Cloudheim Key Art
Noodle Cat Games

Review: Cloudheim – zwischen Zelda-Vibes und Pinball-Chaos

Es gibt Spiele, die man sieht und sofort denkt: „Okay, das ist genau mein Ding.“ Cloudheim war für mich auf der gamescom 2025 so ein Fall. Ein riesiger fliegender Schildkrötenpanzer als Base, eine Welt voller bunter Inseln, Kreaturen mit Namen wie „Swordcupine“ oder „Gnasher“, und ein Art-Style, der sofort an die beste Mischung aus Breath of the Wild und Saturday-Morning-Cartoon erinnert. Ich hab’s angespielt – und war erst mal verzaubert. Aber dann kam der Kampf.

Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Spiel wie ein bunter Baukasten
  2. Klassen wechseln wie Socken
  3. Mein Problem: der Kampf
  4. Zelda im Herzen, Pinball in den Händen
  5. Mein Fazit nach der Demo

Ein Spiel wie ein bunter Baukasten

Das Konzept ist eigentlich genial. Du ziehst los, allein oder mit bis zu drei Freund:innen, und baust dir unterwegs Waffen, Fähigkeiten und verrückte Gadgets zusammen. Kein Menü-Fummeln, kein Warten auf den Rest der Party – Crafting passiert visuell und direkt. Du lasso-st Gegner in Tornados, trittst explosive Fässer ins Feld, schießt kleine Viecher wie Kanonenkugeln durch die Luft. Alles ist auf Kombos ausgelegt, alles will physikbasiert sein.

Und das Ganze ist eingebettet in eine Welt, die richtig Laune macht: Die Odin Shell, deine fliegende Schildkrötenbasis, ist nicht nur Heimat, sondern auch Werkstatt, Shop und Portal. Dazu Inseln, die sich wie kleine Biome anfühlen, Dungeons mit Rätseln und Loot, Begleiter-Kreaturen, die dich ständig daran erinnern, dass Cloudheim mehr will als nur Prügelei.

Klassen wechseln wie Socken

Ein cleveres Detail: Du kannst jederzeit zwischen vier Klassen wechseln – einfach über die Waffe. Spellblades hauen mit Elementarmagie drauf, Outlanders knacken Rüstungen, Treasure Hunters sind flink und frech, Sentinels verteilen Heilung über Schaden. Allein klingt das schon vielseitig, im Koop stelle ich mir das als echtes Chaosfest vor. Verschiedene Rollen, endlose Kombos, ein Ping-Pong aus Attacken.

Ich konnte Koop auf der Messe leider nicht testen, aber genau da liegt für mich die größte Stärke des Spiels. Mit Freunden könnte Cloudheim genau dieses „Nur-noch-ein-Match“-Gefühl erzeugen, das Spiele wie Diablo 4 oder Monster Hunter so fesselnd macht.

Mein Problem: der Kampf

Und trotzdem. So sehr mir das Setting gefallen hat – mit dem Kampfstil bin ich nicht warm geworden. Animationen haben Gewicht, aber keinen Rhythmus. Treffer fühlen sich nicht richtig befriedigend an, und wenn der Bildschirm voller Effekte explodiert, wusste ich manchmal nicht mal mehr, wen oder was ich gerade treffe. Cloudheim will ein Pinball sein – Gegner fliegen, Physik tobt, Explosionen rollen – aber für mich war das eher ein Overload.

Es ist so ein persönliches Ding: Ich mag Kämpfe, die klar und lesbar sind, wo man Flow aufbaut. Hier hatte ich das Gefühl, dass ich eher den Überblick verliere. Und das ist schade, weil die Systeme drumherum viel Potenzial haben. Vielleicht ist es auch Gewöhnungssache – oder vielleicht entfaltet sich der wahre Spaß erst, wenn man im Koop alles miteinander verketten kann.

Zelda im Herzen, Pinball in den Händen

Trotz meiner Skepsis beim Kampfsystem muss ich sagen: Cloudheim hat mich visuell sofort abgeholt. Die Farben, die Kreaturen, die schwebenden Inseln – das alles schreit nach Abenteuer. Es hat diese Zelda-Vibes, wo man einfach Lust hat, eine Ecke weiterzuschauen, auch wenn man weiß, dass da nur ein paar Kristalle oder eine Truhe wartet.

Und vielleicht ist das genau die Formel: Exploration, Crafting, Koop-Chaos. Cloudheim will nicht, dass man jeden Schlag seziert, sondern dass man lacht, wenn ein Gegner durch drei Pilz-Sprungpads katapultiert wird, während ein Freund aus Versehen ein Fass in die falsche Richtung tritt.

Mein Fazit nach der Demo

Cloudheim hat mir gezeigt, wie viel Spaß ein Art-Style und ein Setting allein schon machen können. Ich liebe die Odin Shell, ich liebe die kleinen Kreaturen, und ich finde die Idee von physikgetriebenen Koop-Kämpfen super spannend. Mein persönliches Highlight? Wie viele verschiedene spielbare Charaktere es gibt, und wie viele verschiedene Skins für diese existieren. Aber: Der Kampfstil selbst hat mich (noch) nicht überzeugt.

Es fühlt sich für mich weniger nach geschmeidigem Flow an und mehr nach einer wilden Pinball-Maschine, in der man selbst nur ein Teil von vielen ist. Vielleicht wird genau das im Koop der absolute Knaller – aber solo hat’s für mich noch nicht Klick gemacht.

Trotzdem: Ich hab Cloudheim sofort auf die Wishlist gepackt. Denn manchmal reicht es, wenn ein Spiel mutig ist, bunt ist, und sich traut, chaotisch zu sein. Und genau das ist Cloudheim: Ein Chaos, das man entweder lieben oder hassen wird – aber sicher nicht vergisst.


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Author
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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️