Cathedral: Crow's Curse Key Art
Decemberborn Interactive

Review gamescom 2025: Cathedral: Crow’s Curse

Es gibt Demos, die schubsen dich sachte rein, lassen dich ein bisschen probieren, und du gehst mit einem netten Eindruck weiter. Und dann gibt es Demos wie Cathedral: Crow’s Curse. Ich habe auf der gamescom 2025 kaum zehn Minuten gebraucht, um zu merken: Das hier ist kein Spiel, das man nebenbei spielt. Es ist eins von denen, die dich festhalten, dich runterziehen, dich prüfen – und dann belohnen, wenn du den Mut hast, dranzubleiben.

Inhaltsverzeichnis
  1. Kein Platz für Draufhauen
  2. Wenn Tod Teil des Lernens ist
  3. Eine Welt, die dich verschluckt
  4. Die Schweden hinter dem Spiel
  5. Perfekt für Fans, die es ernst meinen
  6. Mein Fazit nach der Demo

Kein Platz für Draufhauen

Ich bin in die Demo mit der typischen Messe-Mentalität hineingegangen: Controller in die Hand, drauflos. Das Spiel hat mir sehr schnell klargemacht, dass das nicht funktioniert. Buttonmashing bringt dich hier exakt bis zum ersten Gegner – und dann auf direktem Weg zurück zum Checkpoint.

Cathedral: Crow’s Curse will, dass du Muster erkennst. Dass du parierst, wenn der Schlag kommt, dass du ausweichst, wenn der Boden bebt, dass du deine Angriffe setzt, wenn die Lücke da ist. Es ist ein Tanz, kein Schlagabtausch. Und dieser Tanz ist gnadenlos, aber unfassbar befriedigend.

Ich musste sofort an meine ersten Stunden in Hollow Knight denken, als ich noch nicht wusste, wie sehr dieses Spiel mich in den nächsten Wochen verschlingen würde. Oder an Blasphemous, wo jeder Frame im Kampf darüber entscheidet, ob du triumphierst oder am Boden liegst. Cathedral: Crow’s Curse reiht sich genau da ein.

Decemberborn Interactive

Wenn Tod Teil des Lernens ist

Was mich fasziniert hat, war dieses „sterben und trotzdem weitermachen“-Gefühl. Jeder Tod war kein Frustmoment, sondern eine kleine Lektion. Ich hab die Demo mehrfach verloren – und jedes Mal das Gefühl gehabt, besser geworden zu sein. Und wenn es dann endlich klappt, wenn man den Gegner besiegt, der einen vorher fünf Mal ins Gras geschickt hat, dann ist das kein Sieg über das Spiel, sondern einer über sich selbst.

Das sind diese Momente, die ich an guten Metroidvanias so liebe. Wo ein Schlag, der richtig sitzt, sich mehr anfühlt als jede Loot-Truhe.

Eine Welt, die dich verschluckt

Die Atmosphäre von Cathedral: Crow’s Curse ist ein eigenes Kapitel. Man läuft durch Wälder, die so dicht sind, dass man fast das Gefühl hat, sie würden atmen. Ruinen, die Geschichten erzählen, auch wenn niemand spricht. Tempel, die wirken, als wären sie seit Jahrhunderten verflucht.

Ich habe zwischendurch den Controller gesenkt und einfach nur die Umgebung angeschaut: Nebel, der sich zwischen Bäumen verfängt. Schatten, die über kaputte Mauern kriechen. Eine Stille, die bedrückend, aber wunderschön ist. Es ist nicht einfach nur ein Leveldesign – es ist eine Welt, die dich verschluckt.

Und dieses Gefühl, klein zu sein in einer riesigen, gnadenlosen Umgebung, war für mich einer der stärksten Momente der Demo.

Decemberborn Interactive

Die Schweden hinter dem Spiel

Noch stärker wurde der Eindruck dadurch, dass ich die beiden Entwickler selbst kennengelernt habe. Mattias Andersen und Eric Lavesson, zwei Schweden, Businesspartner, aber vor allem: herzige Menschen, mit einem spürbaren Funken in den Augen. Sie standen neben mir, während ich zum fünften Mal an demselben Gegner gestorben bin, und haben dabei so herzlich gelacht, dass ich gar nicht sauer sein konnte.

Man merkt einfach: Cathedral: Crow’s Curse ist für sie kein Projekt, sondern ein Herzensding. Sie bauen hier nicht „noch ein Metroidvania“, sondern das Metroidvania, das sie selbst spielen wollen würden. Und das transportiert sich direkt ins Spiel.

Perfekt für Fans, die es ernst meinen

Wenn du ein Metroidvania suchst, das dich fordert, ohne unfair zu sein, dann solltest du dir Cathedral: Crow’s Curse vormerken. Es ist kein Snack für zwischendurch. Es ist ein Spiel, das deine volle Aufmerksamkeit will. Aber wenn du die gibst, bekommst du eine Erfahrung, die sich tief einbrennt.

Mich hat es an die Geduld erinnert, die ich bei Dark Souls lernen musste. An die Präzision von Hollow Knight. An die Düsternis von Blasphemous. Aber Cathedral: Crow’s Curse fühlt sich trotzdem eigenständig an. Es ist roher, es ist direkter, und es ist in seiner ganzen Atmosphäre so dicht, dass man fast vergisst, dass man gerade nur eine Demo spielt.

Decemberborn Interactive

Mein Fazit nach der Demo

Ich bin mit schweißnassen Händen aus der Session gegangen. Nicht, weil es unfair schwer war, sondern weil es mich so sehr gefordert hat. Ich wollte sofort zurück. Wieder rein in die Wälder, wieder rein in die Ruinen, wieder lernen, wieder scheitern, wieder besser werden.

Cathedral: Crow’s Curse ist kein Spiel, das dich mit offenen Armen empfängt. Es ist ein Spiel, das dich umhaut. Aber genau das ist seine Stärke. Es ist dunkel, es ist fordernd, es ist atmosphärisch – und ich liebe es jetzt schon.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Author
Image of Linda Güster
Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️