RTA Japan 2025
RTA Japan 2025

RTA Japan 2025 ohne Nintendo-Spiele: Was steckt dahinter?

Sommer, Speedruns, RTA in Japan – normalerweise ein sicherer Platz für Mario, Zelda, Pokémon und all die Nintendo-Klassiker, die das Event seit Jahren prägen. 2025 ist alles anders. Kein Mario-Glitch-Run, kein Zelda-Any%, kein Pokémon-Reset-Marathon. Die Nintendo-Bühne bleibt leer. Nicht, weil die Organisatoren plötzlich keine Lust mehr hätten, sondern weil aus Kyoto ein klares „Nur mit Genehmigung“ kam.

Inhaltsverzeichnis
  1. Der Bruch mit der Tradition
  2. Rechtliche Lage: Japan ist kein Fair-Use-Land
  3. Was das für das Event bedeutet
  4. Blick über den Tellerrand
  5. Wie es weitergehen könnte

Der Bruch mit der Tradition

Im Juni 2025 erhielten die Organisatoren eine offizielle Mitteilung von Nintendo: Ab sofort braucht jedes einzelne Spiel eine eigene Freigabe, bevor es auf einem Event gezeigt oder gestreamt werden darf. Pauschale Duldung? Gibt es nicht mehr. Wer ohne Lizenz streamt, bewegt sich laut Nintendo im Bereich des Urheberrechtsverstoßes – egal, ob es sich um ein Charity-Event handelt oder nicht.

Mit nur wenigen Wochen Vorlauf war klar: Für RTA Japan ist dieser Aufwand nicht zu stemmen. Statt selektiv einzelne Titel zu riskieren, strich man das komplette Nintendo-Lineup.

Rechtliche Lage: Japan ist kein Fair-Use-Land

In Japan sind die Rechte klar verteilt – an den Rechteinhaber. Fair-Use-Regeln wie in den USA gibt es nicht. Ob Kunst, Berichterstattung oder Fan-Event: Wer ein Werk öffentlich nutzt, braucht eine Lizenz. Punkt. Das macht Veranstaltungen wie RTA Japan besonders verwundbar, weil schon kleine Abweichungen zu Abmahnungen und Schadensersatzforderungen führen können.

Nintendo nutzt genau diese Rechtslage. Für Publisher bedeutet das maximale Kontrolle, für Veranstalter eine tickende Uhr und jede Menge Bürokratie.

Was das für das Event bedeutet

Für die Zuschauer heißt das: kein Super Mario 64, keine Pokémon-Glitch-Show, keine Zelda-Speedruns mit live kommentierten Boss-Fights. Gerade diese Spiele sorgten sonst für volle Chatfenster und Spitzenzahlen im Stream. Ohne sie verändert sich die Stimmung – weniger Nostalgie, weniger Kultmomente.

Für Speedrunner, die seit Jahren auf Nintendo-Games spezialisiert sind, bedeutet es kurzfristiges Umplanen. Manche springen auf andere Spiele um, andere pausieren ihre Teilnahme. Das Lineup wirkt dadurch frischer, aber auch ungewohnt.

Blick über den Tellerrand

In den USA und Europa sieht die Welt etwas entspannter aus. Events wie Games Done Quick zeigen weiterhin Nintendo-Spiele, gestützt auf Fair-Use-Interpretationen und Publisher-Duldung. Aber selbst dort ist klar: Nintendo schreckt nicht vor Sperrungen oder Verwarnungen zurück. Der Unterschied ist, dass die rechtliche Grundlage im Westen oft Spielraum lässt – in Japan nicht.

Wie es weitergehen könnte

Die RTA-Organisatoren wollen nicht aufgeben. Für künftige Ausgaben sollen Anfragen direkt und frühzeitig an Nintendo gehen – Spiel für Spiel, Lizenz für Lizenz. Ob das klappt, ist offen. Andere Publisher sind deutlich kooperativer, könnten also mehr Raum bekommen.

Die Community diskutiert mögliche Alternativen, von gezielten Publisher-Partnerschaften bis zu öffentlichen Kampagnen für mehr Freigaben. Sicher ist: Die Planungsphase für solche Events wird komplizierter, die Abhängigkeit von Publishern größer.


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Author
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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️