Rückschlag für Sparfüchse: Microsoft hebt Xbox‑Preise in den USA an

Microsoft schlägt zu – und zwar ins Portemonnaie der Gamer. Mitte September gab der Konzern bekannt, dass die Preise für alle Xbox‑Konsolen in den USA ab dem 3. Oktober erneut steigen. Der Trump’sche Tarifdruck und ein schwieriges ökonomisches Umfeld dienen als Begründung.

Inhaltsverzeichnis
  1. Tarife und Teuerung: Konsolenpreise klettern
  2. Folgen für den Markt
  3. Die Community schlägt zurück

Für Fans bedeutet das nach nur sechs Monaten schon die zweite Preisanpassung und ein Loch im Geldbeutel von bis zu 150 US‑Dollar.

Tarife und Teuerung: Konsolenpreise klettern

Mit der anstehenden Anpassung kostet das Basismodell Xbox Series S mit 1 TB Speicher rund 449,99 US‑Dollar, während die klassische Series X bei 649,99 US‑Dollar liegt. Die 2‑TB‑Sonderedition „Galaxy Black“ schießt sogar auf 799,99 US‑Dollar.

Bereits im Mai hatte Microsoft die Einstiegspreise seiner Konsolen angehoben und damit die seit 2020 unveränderten Preise deutlich übertroffen. Branchenbeobachter führen die zweite Erhöhung binnen kurzer Zeit vor allem auf neue US‑Zölle für Waren aus China sowie Logistikkosten zurück. Die Maßnahmen seien nötig, damit das Xbox‑Geschäft rentabel bleibe, heißt es von offizieller Seite.

Nicht nur Microsoft muss mit Gegenwind rechnen: Auch Konkurrent Sony hat den Preis der PlayStation 5 erst im August um 50 US‑Dollar angehoben. Somit könnte sich ein Dominoeffekt abzeichnen, bei dem Konsolenhersteller die Zollkosten direkt an die Kundschaft weitergeben.

Die Zahlen im Detail

Die folgenden Zahlen zeigen, wie drastisch die Preisentwicklung ausfällt:

  • Series S 512 GB: steigt um 20 US‑Dollar auf 399,99 US‑Dollar.
  • Series S 1 TB: steigt um 20 US‑Dollar auf 449,99 US‑Dollar.
  • Series X Digital: steigt um 50 US‑Dollar auf 599,99 US‑Dollar.
  • Series X Disc: steigt um 50 US‑Dollar auf 649,99 US‑Dollar.
  • Series X 2 TB Galaxy Edition: steigt um 70 US‑Dollar auf 799,99 US‑Dollar.

Zum Vergleich: Bei Markteinführung lagen die Preise 2020 bei 299,99 US‑Dollar für die Series S und 499,99 US‑Dollar für die Series X. Innerhalb von fünf Jahren entspricht das einem Preissprung von rund 30 Prozent.

Folgen für den Markt

Die Erhöhungen wecken Sorgen, dass sich Microsoft im hart umkämpften Konsolenmarkt selbst schadet. Xbox hält im Jahr 2025 nur etwa 12,7 Prozent Marktanteil, während PlayStation bei 29,1 Prozent und Nintendo bei 58,2 Prozent liegt.

Teurere Hardware könnte diese Lücke weiter vergrößern. Hinzu kommt, dass manche Verlage darüber nachdenken, Standardspiele statt für 70 US‑Dollar künftig für 80 US‑Dollar anzubieten – Nintendo hat bereits mit ersten 80‑Dollar‑Spielen für die Switch 2 begonnen. Microsoft wollte ähnliche Preiserhöhungen durchsetzen, zog diese nach öffentlicher Kritik aber zurück.

Auch die geplante Einführung einer rein digitalen Series X zum gleichen Preis wie die Disc‑Version irritiert. Während digitale Modelle normalerweise günstiger sind, soll das neue Gerät mit 599,99 US‑Dollar exakt so viel kosten wie das Laufwerksmodell.

Beobachter sehen hierin den Versuch, Kundenn in das Game Pass Ökosystem zu locken, das auf digitale Inhalte setzt. Ob dieser Plan aufgeht, bleibt abzuwarten.

Die Community schlägt zurück

In den sozialen Medien mehren sich unterdessen Stimmen, die von einem „Paywall-Konsolenkrieg“ sprechen. Einige Spielende fordern, Microsoft solle vor allem in exklusive Software investieren statt teurere Hardware auf den Markt zu bringen.

Auch die Konkurrenz könnte unter Druck geraten: Wenn Microsoft die Preise hoch hält und dennoch ausreichend Konsolen verkauft, könnten Sony und Nintendo nachziehen. Gleichzeitig könnten höhere Preise Gamer zu günstigeren Alternativen wie dem PC-Gaming oder Cloud-Gaming-Diensten treiben.

Für die Branche steht also viel auf dem Spiel, und den Fans bleibt am Ende nur die bittere Erkenntnis, dass „Next-Gen“ wohl eher fürs Bankkonto gilt.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Author
Image of Ben Touati
Ben Touati
Gaming Nerd
Ben Touati schreibt über Games, Filme und die große, weite Welt der Popkultur – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob Aktuelles aus der Gaming-Welt, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von geekigen Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.