Bildrechte: Insomniac

Schwarze Katzen im Rampenlicht – vom Aberglauben zum Nerd-Liebling

Schwarze Katzen galten lange als Symbol für Pech und Hexerei. Heute stehen sie für Eleganz und Cleverness. Zwischen Adoption, Aberglauben und Gaming hat sich ein neuer Blick auf die dunklen Samtpfoten entwickelt.

Inhaltsverzeichnis
  1. Aberglaube und Realität
  2. Digitale Samtpfoten – schwarze Katzen im Gaming
  3. Warum Adoption zählt
  4. Glück auf leisen Pfoten

Der jährliche Black Cat Day am 27. Oktober rückt sie ins Rampenlicht – und zeigt, wie sehr Nerd-Kultur und Tierschutz sich überschneiden.

Aberglaube und Realität

Schwarze Katzen sind seit Jahrhunderten Projektionsflächen für menschliche Fantasie. Im Mittelalter wurden sie als Hexentiere verteufelt; in Japan oder Schottland gelten sie bis heute als Glücksbringer. Der Black Cat Day wurde ins Leben gerufen, um diesen Aberglauben zu entkräften und die Adoption schwarzer Katzen zu fördern.

Viele Tierheime berichten, dass sie um Halloween herum keine schwarzen Katzen vermitteln – aus Angst, sie könnten für Rituale missbraucht werden. Doch dafür gibt es keine Beweise. Paradoxerweise verlängern solche Aufnahmestopps nur die Wartezeit in ohnehin überfüllten Heimen.

Der eigentliche Grund für ihre geringeren Vermittlungszahlen ist weit profaner: dunkles Fell lässt sich auf Fotos schwerer erkennen, weshalb sie in Social-Feeds oft übersehen werden.

Auf einen Blick

  • Aktionstag: 27. Oktober 2025 (veranstaltet von Cats Protection UK)
  • Ziel: Förderung der Adoption schwarzer und schwarz-weißer Katzen; Aufklärung über Mythen und Aberglauben
  • Adoptionslage: Rund 70 % der aufgegebenen Katzen in britischen Tierheimen sind schwarz; Social-Media-Fotos gelten als Hauptnachteil
  • Gaming-Helden: Morgana (Persona 5) – Mentor, moralischer Kompass und wandelbare Katze; 808 (Hi-Fi Rush) – Roboterkatze als Kommunikations-Tool und Maskottchen; Felicia Hardy (Marvel’s Spider-Man – The Heist) – trickreiche Meisterdiebin und Antiheldin, die das Katzenklischee aufbricht

Digitale Samtpfoten – schwarze Katzen im Gaming

Der Nerd-Kosmos hat schwarze Katzen längst rehabilitiert. In Videospielen sind sie nicht mehr Unglücksboten, sondern Mentoren, Sidekicks oder clevere Trickster.

Im Rollenspiel Persona 5 begleitet die Spielerinnen der katzenartige Mentor Morgana. Er ist ein mysteriöses Wesen, das im Metaverse als bipedale Katze kämpft und außerhalb als Hauskatze getarnt ist.

Morgana lehrt die Phantomdiebe, durch die Psyche ihrer Gegner zu reisen, und agiert als moralischer Kompass – ein Paradebeispiel dafür, wie Katzen zu Symbolen für Wissen und Transformation wurden.

In Hi-Fi Rush, dem rhythmusbasierten Actionspiel von Tango Gameworks, erhält Held Chai Unterstützung durch eine Roboterkatze namens 808. Benannt nach der legendären TR-808-Drum-Machine, dient sie als Kommunikationsbrücke und technisches Multitool – eine futuristische Neuinterpretation der „magischen Katze“.

Ein weiteres prominentes Beispiel stammt aus dem Superhelden-Universum: Felicia Hardy alias Black Cat. In Insomniacs DLC-Trilogie Marvel’s Spider-Man: The City That Never Sleeps taucht sie als Meisterdiebin und ehemalige Geliebte von Peter Parker auf.

In der Episode The Heist inszeniert sie einen Kunstraub im Manhattan Museum of Contemporary Art, behauptet, ihr Sohn werde vom Gangsterboss Hammerhead entführt, und zieht Spider-Man in ein riskantes Doppelspiel. Später fälscht sie ihren eigenen Tod – nur um in Silver Lining zurückzukehren, Spider-Man zu retten und ihm entscheidende Daten zu übergeben.

Black Cat ist damit eine moderne Tricksterfigur: verführerisch, unberechenbar und letztlich unabhängig. Sie steht sinnbildlich dafür, wie Games den jahrhundertealten „Fluch“ schwarzer Katzen in Empowerment umdeuten.

Auch abseits der großen Franchises finden sich Katzen überall. In Night in the Woods bevölkern anthropomorphe Katzen eine ganze Kleinstadt; in Stray erlebt man eine rot getigerte Katze in einer verfallenen Cybermetropole.

Katzen – egal welcher Farbe – faszinieren durch ihre Mischung aus Distanz und Intelligenz. Schwarze Katzen jedoch verkörpern in diesem Pantheon das Mysterium schlechthin.

Warum Adoption zählt

Zahlen belegen: Schwarze Katzen warten oft länger auf ein Zuhause. Laut Tierschutzorganisationen wie Cats Protection machen sie rund 70 Prozent der in britischen Heimen aufgenommenen Tiere aus. Der Grund liegt weder in Charakter noch Mythos, sondern in Sichtbarkeit – oder besser gesagt, in ihrer digitalen Unsichtbarkeit.

In einer Selfie-Kultur, in der Farbe und Kontrast zählen, sind schwarze Katzen schlicht schwerer zu fotografieren. Initiativen wie Black Cat Day wollen das ändern: Mit Fotowettbewerben, Hashtag-Kampagnen und Spendenstreams zeigen Fans und Tierheime, dass dunkles Fell genauso Charisma hat wie jedes andere.

Glück auf leisen Pfoten

Der Black Cat Day zeigt, wie stark Pop-Kultur und Realität ineinandergreifen. In Spielen sind schwarze Katzen keine Pechbringer mehr, sondern Botschafter von Cleverness, Neugier und Eigenständigkeit – Qualitäten, die auch in der echten Welt zählen. Wer Aberglauben ablegt und einer schwarzen Katze ein Zuhause gibt, wird schnell merken: Glück hat manchmal einfach Fell.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Author
Image of Ben Touati
Ben Touati
Gaming Nerd
Ben Touati schreibt über Games, Filme und die große, weite Welt der Popkultur – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob Aktuelles aus der Gaming-Welt, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von geekigen Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.