Die Geschichte von Sega beginnt nicht mit Konsolen, Maskottchen oder Global Releases, sondern mit Arcadehallen, Importideen und einem New Yorker, der nach dem Krieg in Japan blieb. David Rosen, einer der zentralen Gründungsfiguren hinter dem Unternehmen, ist am 25. Dezember in seinem Zuhause in den Hollywood Hills verstorben. Er wurde von seiner Familie begleitet und starb friedlich, wie sein Sprecher bestätigte.
- Von Service Games zu Sega
- Der Schritt ins Wohnzimmer
- Ein prägender Name der Branche
Für viele ist Sega heute untrennbar mit Games, Popkultur und Figuren wie Sonic verbunden. Doch ohne Rosen wäre das Unternehmen vermutlich nie über den Status einer lokalen Spielhallen-Operation hinausgewachsen.
Von Service Games zu Sega
Gemeinsam mit anderen amerikanischen Expats gründete Rosen in Japan zunächst eine Firma namens Service Games, aus der später Sega hervorging. Der Fokus lag anfangs klar auf Unterhaltungs- und Münzautomaten, lange bevor Heimkonsolen überhaupt eine Rolle spielten. Titel wie Periscope oder Monaco GP machten Sega in den 60ern und frühen 70ern zu einem festen Namen in Spielhallen weltweit.
Rosen war dabei weniger Entwickler als Stratege. Besonders der Export in den nordamerikanischen Markt trug seine Handschrift. Während andere Partner das Unternehmen über die Jahre verließen, blieb er und wurde zunehmend zum Gesicht von Sega, gerade in einer Phase, in der das Unternehmen wuchs, sich neu positionierte und zeitweise sogar Teil des Gulf+Western-Konzerns war.
Der Schritt ins Wohnzimmer
Segas Wurzeln lagen immer im Arcade-Bereich, doch genau dieser Hintergrund ebnete später den Weg in den Heimmarkt. Als Videospiele Einzug in die Wohnzimmer hielten, war Sega vorbereitet. Die Erfahrungen aus der Münzspielindustrie, das Verständnis für Technik, Spielgefühl und Präsentation, flossen direkt in Konsolen und Games ein.
Spätestens mit Figuren wie Sonic the Hedgehog wurde Sega zu einem globalen Namen. Auch wenn Rosen selbst nicht für Charakterdesign oder Game-Mechaniken verantwortlich war, hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass Sega überhaupt in der Position war, solche Ikonen hervorzubringen.
Ein prägender Name der Branche
David Rosen galt in der Coin-Op- und Arcade-Szene als eine der prägendsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Seine Aufnahme in die Hall of Fame der amerikanischen Automatenbranche war Ausdruck dieses Einflusses. Er verstand Spiele nicht nur als Produkt, sondern als kulturelles Angebot, das Menschen zusammenbringt, egal ob in einer Spielhalle oder vor dem Fernseher.
Seine Beisetzung fand am 2. Januar auf dem Inglewood Park Cemetery statt. Mit ihm verliert die Branche einen ihrer frühen Architekten, einen Mann aus einer Zeit, in der Games noch Kabel, Münzen und viel Überzeugungsarbeit brauchten.
Sega wäre ohne David Rosen ein anderes Unternehmen gewesen. Vielleicht kleiner. Vielleicht gar keines.
Veröffentlicht: 15. Januar 2026 12:37 Uhr