Sony hat seine russische Tochtergesellschaft Sony Mobile Communications Rus am 11. August offiziell aufgelöst. Nach 18 Jahren im Land ist damit Schluss – die Liquidationspapiere waren bereits im Oktober 2024 beim Finanzamt eingereicht worden, nachdem ein erster Versuch 2023 gescheitert war.
- Rückzug nach Ukraine-Invasion
- Verluste in Millionenhöhe
- Teil einer größeren Exodus-Welle
Rückzug nach Ukraine-Invasion
Die Entscheidung fiel kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. Sony war eines der ersten Unternehmen, das internationale Sanktionen unterstützte und seine Geschäfte einstellte. Im März 2022 stoppte der Konzern Konsolen-Lieferungen, schaltete den PlayStation Store ab und spendete 2 Millionen Dollar für ukrainische Kriegsopfer.
Auch andere Sony-Sparten zogen sich zurück: Sony Pictures stellte Filmveröffentlichungen ein, Sony Music beendete im September 2022 den Betrieb und entfernte ausländische Kataloge von lokalen Streaming-Diensten. Die russische Sparte wurde in ein unabhängiges Label ausgegliedert.
Verluste in Millionenhöhe
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2022 machte die russische Niederlassung einen Nettoverlust von 1,43 Milliarden Rubel (15,9 Millionen Dollar), 2023 waren es noch 530,2 Millionen Rubel (5,9 Millionen Dollar). 2024 erzielte das Unternehmen nur noch durch Garantie- und Verwaltungsservices einen bescheidenen Gewinn von 111,7 Millionen Rubel (1,2 Millionen Dollar). Der Umsatz brach um etwa 76 Prozent ein.
In den letzten Jahren verkaufte die Niederlassung hauptsächlich Restbestände und bot Geräte-Service an. 2024 schloss Sony dann auch seine Marken-Stores im Land, da keine neuen Produkte mehr geliefert wurden.
Teil einer größeren Exodus-Welle
Sony steht nicht alleine da. Laut einer Studie der russischen Beratungsfirma Kept haben etwa 62 Prozent der westlichen Unternehmen mit bedeutenden Vermögenswerten Russland seit Kriegsbeginn verlassen. Die meisten übertrugen ihre Assets an heimische Käufer oder lokale Geschäftsführung.
Für Sony bedeutet das Ende in Russland den Abschluss eines Kapitels, das fast zwei Jahrzehnte dauerte. Zurück bleiben leere Regale und die Erkenntnis, dass manche Geschäfte wichtiger sind als andere – und manche Werte nicht verhandelbar.
Veröffentlicht: 18. August 2025 17:48 Uhr