Nintendo hat dieses Wochenende mal eben eine Surprise Nintendo Direct gedroppt und dabei einen neuen Trailer zum The Super Mario Galaxy Movie gezeigt. Kein großes Vorgeplänkel, keine lange Ankündigung – stattdessen direkt rein, moderiert von niemand Geringerem als Shigeru Miyamoto selbst.
- Sand Kingdom, Warp Pipes und ein sehr vertrauter Ort
- Yoshi ist da – und er redet
- Tiefe Schnitte statt sicherer Fanservice
- Baby Mario, Baby Luigi und ein sehr seltsames Finale
- Galaxie-Musik, großes Orchester, kein neues Casting
- Ein Film, der mehr andeutet als erklärt
Und ziemlich schnell wurde klar: Das hier ist kein Trailer, der nur abhakt, was man ohnehin erwartet hat. Nintendo hat sichtbar Spaß daran, Erwartungen zu spielen, Lore anzudeuten und tief ins eigene Archiv zu greifen.
Sand Kingdom, Warp Pipes und ein sehr vertrauter Ort
Der Trailer startet mit einer längeren Sequenz von Mario und Luigi auf Motorrädern, die durch eine Wüstenlandschaft rasen. Wer Super Mario Odyssey gespielt hat, erkennt sofort das Sand Kingdom – inklusive der ikonischen umgedrehten Pyramide. Das ist kein zufälliger Schauplatz, sondern ein bewusst gesetztes Signal: Diese Welt kennt ihr, und wir wissen, dass ihr sie kennt.
Die Brüder sollen eine blockierte Warp Pipe freilegen, greifen zu Feuerblumen und steigen in die Dunkelheit hinab. Die klassische Untergrundmusik setzt ein, der Moment wird ausgespielt, und dann kommt die Überraschung.
In der Pipe steckt nicht das, was sie erwartet haben.
Yoshi ist da – und er redet
Yoshi bekommt in diesem Trailer endlich seinen großen Auftritt. Statt eines bedrohlichen Gegners finden Mario und Luigi einen zunächst ziemlich verängstigten, sehr lebendigen Dino vor. Und ja: Yoshi spricht. Nicht viel, eher gemurmelt, aber genug, um klarzumachen, dass Nintendo sich hier bewusst für eine neue Interpretation entschieden hat.
Wer den ersten Film gesehen hat, wusste, dass dieser Moment kommen würde. Die Post-Credit-Szene mit dem grünen Ei war ein klares Versprechen. Jetzt wird es eingelöst. Yoshi wird schnell Teil der Gruppe, nicht als Gimmick, sondern als echtes Teammitglied.
Seine Stimme bleibt dabei auffällig anonym. Nintendo nennt keinen Sprecher, kein Casting-Update, nichts. Ein interessantes Detail – gerade in einem Franchise, das sonst sehr offen mit seinen Star-Stimmen umgeht.
Tiefe Schnitte statt sicherer Fanservice
Was danach folgt, ist eine Montage, die deutlich macht, wie breit der Film denken will. Mario und Peach infiltrieren eine lavaartige Festung, die stark an klassische Bowser-Level erinnert. Ein Toad wird von einem gigantischen Cheep Cheep verschluckt und von Luigi gerettet, der im Frosch-Anzug auftaucht. Alles sehr verspielt, alles sehr bewusst gewählt.
Dann wird es spannend.
Birdo taucht auf, feuert Eier auf Peach, die sich mit ihrem Parasol verteidigt. Für einen kurzen Moment sehen wir Mouser – ein Charakter, den man nicht mal eben nebenbei einbaut. Beide stammen aus Super Mario Bros. 2 und damit aus Subcon, einer Welt, die bislang filmisch kaum angerührt wurde.
Das fühlt sich nicht zufällig an. Es wirkt, als würde Peach hier möglicherweise ihre eigene Nebenquest bekommen, während Mario und Luigi im Sand Kingdom unterwegs sind. Der Film scheint strukturell mutiger zu werden.
Kurz darauf folgt Lakitu, der sich ebenfalls seinen Weg auf die große Leinwand bahnt. Wieder ein klassischer Gegnertyp, wieder eine bewusste Entscheidung.
Baby Mario, Baby Luigi und ein sehr seltsames Finale
Zum Abschluss wird es fast surreal. Yoshi hält eine Waffe, die stark an die SNES Super Scope erinnert. Toad trägt Baby Mario und Baby Luigi im Arm. Die Gruppe steht einem T-Rex gegenüber, der aussieht, als wäre er direkt aus Super Mario Odyssey gefallen.
Ist das ein Flashback? Eine Traumsequenz? Zeitreise? Nintendo beantwortet nichts davon – und genau das scheint Absicht zu sein.
Galaxie-Musik, großes Orchester, kein neues Casting
Zum Ende der Direct gibt Nintendo noch ein paar Einblicke hinter die Kulissen. Chris Meledandri von Illumination bestätigt, dass die Animationen abgeschlossen sind. Der Film befindet sich jetzt in der Postproduktion. Besonders spannend: Die Musik aus den Super Mario Galaxy-Spielen wird neu aufgenommen, mit einem 70-köpfigen Orchester.
Das ist kein kleiner Fanservice, sondern ein klares Statement darüber, wie wichtig die emotionale Ebene dieses Films genommen wird.
Auffällig bleibt, wer nicht auftaucht. Rosalina und Bowser Jr., die im letzten Trailer im Fokus standen, fehlen komplett. Auch neue Sprecher werden nicht bestätigt. Die bekannte Besetzung kehrt zurück – darunter Chris Pratt, Anya Taylor-Joy, Charlie Day und Jack Black – aber darüber hinaus hält Nintendo die Karten eng am Körper.
Ein Film, der mehr andeutet als erklärt
Der neue Trailer fühlt sich weniger wie Werbung an und mehr wie ein Teaser für Diskussionen. Nintendo streut Hinweise, tiefe Referenzen und Fragen. Wer genau hinsieht, merkt schnell: Das hier soll nicht nur ein weiterer Mario-Film sein, sondern ein bewusster Schritt tiefer in die eigene Mythologie.
Dass der Film nun zwei Tage früher als geplant startet und international synchronisiert erscheint, rundet dieses Gefühl ab. Nintendo hat einen Plan – und sie scheinen sehr genau zu wissen, wie viel sie zeigen wollen. Und wie viel nicht.
Veröffentlicht: 25. Januar 2026 22:28 Uhr