Der nächste Einschnitt bei Ubisoft kommt leiser daher als manche vorherigen Meldungen, fügt sich aber nahtlos in das Gesamtbild der letzten Monate ein. 29 Mitarbeitende des Studios in Abu Dhabi haben ihren Job verloren – bestätigt vom Unternehmen selbst, nachdem erste Hinweise bereits über LinkedIn aufgetaucht waren.
- LinkedIn-Posts machten die Entlassungen sichtbar
- Teil einer größeren Entlassungswelle
- Ein Studio mit Geschichte, aber begrenztem Schutz
Laut Ubisoft fiel die Entscheidung bereits im November. Das Mobile-Studio in Abu Dhabi wurde restrukturiert, mehrere Projekte eingestellt, der Fokus künftig stärker auf Growtopia gelegt. Das Ergebnis: 29 Teammitglieder, die das Studio verlassen mussten. Ubisoft spricht von einer „schwierigen Entscheidung“ und betont, man unterstütze die Betroffenen beim Übergang.
LinkedIn-Posts machten die Entlassungen sichtbar
Noch bevor Ubisoft offiziell Stellung bezog, meldeten sich mehrere ehemalige Mitarbeitende öffentlich zu Wort. Besonders eindrücklich war der Post von Art Director Daniel Kovacs, der schrieb, er sei von den jüngsten Entlassungen betroffen und blicke trotz allem dankbar auf dreieinhalb Jahre bei Ubisoft Abu Dhabi zurück. Auch die frühere Social-Media-Managerin Raiza Veridiano bestätigte, dass sie ihren Job verloren hat. Ein weiterer Post folgte von Game Support Specialist Zohaib Shafiq, der die Kündigung ebenfalls auf eine interne Restrukturierung zurückführte.
Solche Beiträge sind inzwischen fast schon Teil des Musters geworden. Layoffs werden nicht mehr angekündigt, sondern tauchen erst in persönlichen Abschiedsposts auf – emotional, individuell, oft ohne große Einordnung. Die offizielle Bestätigung kommt später.
Teil einer größeren Entlassungswelle
Die Entlassungen in Abu Dhabi stehen nicht für sich allein. Erst wenige Tage zuvor hatte Ubisoft „organisatorische Änderungen“ bei Massive Entertainment und Ubisoft Stockholm bestätigt, die bis zu 55 Stellen betreffen könnten. Anfang Januar wurde zudem bekannt, dass Ubisoft Halifax komplett geschlossen wird – nur Wochen nachdem sich das Studio gewerkschaftlich organisiert hatte.
Überall lautet die Begründung ähnlich: Kosten senken, Strukturen vereinfachen, Fokus schärfen. Für die Betroffenen bleibt davon meist nur die Unsicherheit.
Ein Studio mit Geschichte, aber begrenztem Schutz
Ubisoft Abu Dhabi existiert seit 2011 und wurde einst als regionaler Knotenpunkt aufgebaut. Bekannt wurde das Studio vor allem durch Mobile-Titel wie CSI: Hidden Crimes und Growtopia. Dass nun ausgerechnet ein Mobile-Studio getroffen wird, passt in ein Branchenbild, in dem selbst vermeintlich stabile Segmente nicht mehr als sicher gelten.
Was bleibt, ist der Eindruck eines Publishers im Dauerumbau. Jeder einzelne Schritt mag für sich erklärbar sein – zusammengenommen ergibt sich jedoch ein Bild von permanenter Unruhe. Für viele Mitarbeitende heißt das: jahrelange Arbeit, beendet durch eine kurze interne Entscheidung und einen LinkedIn-Post als Abschied.
Veröffentlicht: 18. Januar 2026 19:41 Uhr