Der US-Gamesmarkt hatte schon bessere November. Deutlich bessere. Neue Zahlen zeigen, wie stark der Absatz von Konsolen und Hardware zuletzt eingebrochen ist. Weniger Geräte, weniger Umsatz, höhere Preise. Das Ergebnis fühlt sich weniger nach Übergang an, mehr nach Stillstand.
- Weniger Geräte, weniger Geld
- Hohe Preise treffen auf Zurückhaltung
- Wer sich trotzdem durchsetzt
- Ein Markt im Wartemodus
Die Daten stammen vom Marktforscher Circana und zeichnen ein Bild, das selbst für einen traditionell starken Verkaufsmonat ungewöhnlich schwach ausfällt.
Weniger Geräte, weniger Geld
Im November wurden in den USA rund 1,6 Millionen neue Konsolen verkauft. Das ist der niedrigste Wert für diesen Monat seit drei Jahrzehnten. Auch beim Geld sieht es nicht besser aus. Die Hardware-Ausgaben lagen bei rund 695 Millionen US-Dollar, ein massiver Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Rechnet man Software, Zubehör und Inhalte mit ein, fällt der gesamte Games-Umsatz ebenfalls. Der Markt schrumpft nicht punktuell, sondern über mehrere Bereiche hinweg gleichzeitig. Ein seltenes Zusammenspiel, das wenig Raum für Schönrechnerei lässt.
Hohe Preise treffen auf Zurückhaltung
Ein zentraler Faktor ist der Preis. Laut Circana lag der durchschnittliche Verkaufspreis einer neuen Konsole zuletzt bei 439 US-Dollar. Im Vergleich zu früheren Konsolengenerationen ist das ein deutlicher Sprung. Für viele Haushalte scheint genau hier die Grenze erreicht.
Die Hardware ist leistungsfähiger denn je, aber auch spürbar teurer. In einer Zeit, in der Budgets unter Druck stehen, wird das Upgrade zur bewussten Entscheidung. Oder eben vertagt.
Wer sich trotzdem durchsetzt
Ganz ohne Bewegung bleibt der Markt nicht. Die PlayStation 5 führte sowohl bei den verkauften Einheiten als auch beim Umsatz. Dahinter folgt die Nintendo Switch 2. Überraschend taucht der Nex Playground weit oben in der Stückzahlenwertung auf, während die Xbox Series beim Umsatz noch mithalten kann.
Trotzdem fällt der Blick auf die Verluste. Xbox-Hardware brach im Jahresvergleich besonders stark ein. Auch PlayStation verlor deutlich, Nintendo kam vergleichsweise glimpflich davon. Gewinner fühlt sich dabei dennoch niemand.
Ein Markt im Wartemodus
Was diese Zahlen vor allem zeigen, ist Zurückhaltung. Weniger Impulskäufe, weniger Selbstverständlichkeit beim Hardwarekauf. Viele Spieler:innen bleiben bei dem, was sie haben. Neue Releases allein scheinen nicht mehr zu reichen, um größere Anschaffungen auszulösen.
Ob das ein temporäres Tief oder ein struktureller Wandel ist, lässt sich noch nicht sagen. Klar ist nur: Der klassische November-Hardwareboom ist kein Naturgesetz mehr. Und der US-Markt, lange ein verlässlicher Taktgeber, wirkt aktuell erstaunlich müde.
Veröffentlicht: 30. Dezember 2025 20:46 Uhr