Nintendo steht im laufenden Rechtsstreit mit Palworld-Entwickler Pocketpair vor dem nächsten Dämpfer. Wie das Branchen- und Rechtsblog Games Fray berichtet, hat John A. Squires, Direktor des US-Patent- und Markenamts (USPTO), eine erneute Prüfung des im September erteilten Patents Nr. 12,403,397 angeordnet. Das Patent betrifft das Beschwören sogenannter „Sub-Charaktere“ für Kämpfe – und steht im Zentrum von Nintendos Argumentation gegen Pocketpair.
Alte Patente bringen Bewegung in den Fall
Auslöser der Neubewertung sind zwei bereits veröffentlichte Patentanmeldungen: eine von Konami aus dem Jahr 2002 und eine weitere von Nintendo selbst aus 2019. Beide werfen laut USPTO Fragen zur tatsächlichen Neuheit des aktuellen Patents auf. Games Fray bezeichnet die Entscheidung des Direktors als „die erste Maßnahme dieser Art seit über einem Jahrzehnt“.
Die Formulierung des Patents ist zentral. Es beschreibt das „Beschwören eines Sub-Charakters an einem Ort, an dem sich bereits ein anderer Charakter befindet, mit dem dieser anschließend auf Befehl kämpft“. Genau diese Mechanik wird von Kritikern als zu allgemein und zu nah an bestehenden Spielen wie Monster Hunter oder ARK gesehen.
Wahrscheinlicher Widerruf erwartet
Eine Neubewertung bedeutet nicht automatisch, dass das Patent aufgehoben wird. Laut Games Fray sei es „hoch wahrscheinlich“, dass das USPTO die Registrierung wieder zurückzieht. Nintendo hat zwei Monate Zeit, um auf die Entscheidung zu reagieren.
Bereits am 22. Oktober hatte das japanische Patentamt zwei von drei relevanten Nintendo-Patenten in Zweifel gezogen. Dort wurden frühere Spiele wie Monster Hunter 4, ARK, Craftopia und Pokémon GO als Belege eingereicht, dass Nintendos Konzept keinen ausreichenden „erfinderischen Schritt“ darstellt.
Für Nintendo bedeutet das gleich zwei Rückschläge innerhalb weniger Wochen. Das bedeutet auch, es gibt eine wachsende Unsicherheit, wie tragfähig die eigene Rechtsstrategie im Konflikt mit Pocketpair tatsächlich ist.
Veröffentlicht: 5. November 2025 22:34 Uhr