Die deutsche Games-Branche hat jetzt ihre eigene Verwertungsgesellschaft. Die VHG – Verwertungsgesellschaft der Hersteller von Games – wurde nach zweieinhalb Jahren Genehmigungsprozess offiziell zugelassen. Damit reiht sie sich neben Organisationen wie der GEMA ein, ist aber keine „Games-GEMA“. Für Spieler:innen sollen keine direkten Mehrkosten entstehen, trotzdem könnte die Entwicklung für Konsolenhersteller und Hardware-Käufer spannend werden.
- Worum es bei der VHG geht
- Keine Zusatzkosten für Gamer – aber neue Mitverdiener
- Streitpunkt Konsolen
- Wie es weitergeht
Worum es bei der VHG geht
Die Idee klingt trocken, hat aber Gewicht: Wer ein Handy, einen PC oder auch nur einen USB-Stick kauft, zahlt automatisch eine sogenannte Privatkopie-Abgabe. Sie fließt in einen großen Einnahmentopf, der bislang an Musiker, Autoren, Regisseure oder Synchronsprecher verteilt wurde. Allein 2023 kamen fast 60 Millionen Euro zusammen. Ab sofort will auch die Games-Branche ein Stück davon haben – schließlich gelten auch Screenshots, Esport-Mitschnitte oder Let’s Plays als legale Privatkopien.
Keine Zusatzkosten für Gamer – aber neue Mitverdiener
Die VHG betont, dass Spieler:innen nicht extra belastet werden. Das vorhandene Geld wird einfach an mehr Beteiligte ausgeschüttet. Publisher und Studios partizipieren also künftig an jeder verkauften Festplatte, jedem Gaming-PC oder Smartphone, das in Deutschland über den Ladentisch geht. Für die Branche sind das neue, sichere Einnahmen – für die ZPÜ, die zentrale Verwertungsgesellschaft für Überspielungsrechte, bedeutet es: Das Stück vom Kuchen wird kleiner.
Streitpunkt Konsolen
Besonders umkämpft ist die Frage, ob künftig auch Spielkonsolen unter die Abgabe fallen. Die ZPÜ will das – und hat bereits Verkaufszahlen bei Sony, Nintendo und Microsoft abgefragt. Betroffen wären auch Handhelds wie das Steam Deck, das ROG Ally oder Lenovos Legion. Bisher sind Konsolen im VHG-Vertrag allerdings explizit ausgenommen. Sollte ein Tarif kommen, würden nicht die Hersteller, sondern Kreative wie Designer, Grafiker oder Sprecher profitieren – vorausgesetzt, sie beantragen ihre Rechte über andere Gesellschaften wie die VG Bild-Kunst.
Wie es weitergeht
Jetzt müssen VHG und ZPÜ aushandeln, wie groß der Anteil der Games-Branche am Einnahmentopf ausfällt. Parallel prüfen Gutachten, wie Konsolen in der Praxis genutzt werden – und ob ein eigener Tarif juristisch Bestand hätte. Klar ist nur: Die VHG verschiebt die Machtbalance. Für die Industrie winken zusätzliche Millionen, für Spieler:innen bleibt das Thema erst mal unsichtbar.
Veröffentlicht: 1. Oktober 2025 21:11 Uhr