Project Gorgon ist ein Old School MMORPG, das sich seit dem 13. März 2018 im Early Access befindet und als echter Geheimtipp gilt. Es wurde von einem Pärchen entwickelt, wobei die Frau inzwischen verstorben ist und ihr Mann es im Alleingang fortsetzt. Beide haben bereits in der Vergangenheit als Entwickler an Spielen wie EverQuest und Asherons Call gearbeitet.
- Besondere Quests, NPCs und viel Liebe zum Detail
- Viele Skills und keine festen Klassen
- Nur knapp über 300 gleichzeitige Spieler im Peak
Grafisch sieht es sehr schwach aus, aber es bietet einige coole Elemente, darunter sehr gelungene Quests und ein besonders Fähigkeitensystem. Nicht umsonst hat es auf Steam eine Bewertung von 86 % positiven Reviews.
Nun steht fest, dass der Titel am 28. Januar den Early Access nach fast 8 Jahren verlassen wird.
Besondere Quests, NPCs und viel Liebe zum Detail
In Project Gorgon steht die Erkundung im Fokus, ihr sterbt hin und wieder an Feinden, ihr müsst hier wirklich Questtexte lesen und wirklich viele Mobs töten, um voranzukommen. Zudem kommt ihr zwar bis Level 40 gut alleine klar, benötigt im Endgame aber eine Gruppe für die meisten Inhalte. Damit erfüllt es alle Kriterien für ein typisches Old School-MMORPG. Auch die Grafik erinnert eher an ein Spiel der sehr frühen 2000er-Jahre und das Interface ist klobig.
Das alles klingt erstmal abschreckend, aber auf der Gegenseite gibt es auch extrem viele gute Elemente. Dazu zählen etwa die Interaktion mit den NPCs. Jeder von ihnen hat eine eigene Persönlichkeit und handelt auch danach. Wenn ihr etwa einen Charakter trefft, der gerne Schilde sammelt, und ihr schenkt ihm einen solchen Schild, dann gibt er euch Rabatte auf seine angebotenen Items. Verärgert ihr jedoch einen NPC, so kann es auch passieren, dass sich Preise erhöhen oder sie euch falsche Informationen geben.
Ähnlich viel Spaß macht auch das Quest-System. Es ist aufwendig gestaltet, bietet hochwertige Geschichten und teilweise auch knifflige Rätsel. Hier müsst ihr nicht nur aufmerksam die Questtexte lesen, sondern euch auch wichtige Dinge in ein Notizbuch schreiben, damit ihr der Lösung auf die Schliche kommt. Und das ist etwas, was viele MMORPG-Fans ja an modernen Titeln kritisieren, nämlich dass dort viele Aufgaben und Lösungen direkt vorgekaut werden. Das ist bei Project Gorgon ganz anders.
Zudem nutzt das Spiel oft eine sehr humorvolle Art und Weise, um die Geschichte zu präsentieren, was einfach frisch und unverbraucht ist. Klar sind auch hier einige Kill- und Fetch-Quests dabei, und tatsächlich ist die Hauptkampagne auch verhältnismäßig kurz, aber dafür macht sie auch viel Freude.
Viele Skills und keine festen Klassen
Viel Liebe ist auch in das Skill-System geflossen. Denn hier kann man alles Mögliche hochleveln, darunter auch den Death-Skill. Also ja, ihr werdet auch für das Sterben belohnt, etwa mit zusätzlichen Lebenspunkten, je öfter ihr sterbt. Weitere Skills sind Meditation, Mykologie, also das Sammeln von Pilzen, Kochen oder auch das Leben und Kämpfen als Schwein, in das ihr euch über einen speziellen Trank verwandeln könnt. Ihr habt dabei nicht alle Skillbäume direkt zum Start, sondern schaltet diese durch das Entdecken frei.
Was die Klassen angeht, so verzichtet Project Gorgon auf eine feste Einteilung und lässt euch stattdessen eure Waffen frei wählen und mit diesen kämpfen. Dabei könnt ihr in jede Hand jeweils eine Waffe packen, die auch gleichzeitig gelevelt werden. Was das Kampfsystem angeht, so setzt es auf Tab-Targeting, allerdings kann man sich viel dabei bewegen. Das macht es dynamischer als manch anderes Old School-MMO. Allerdings stehen euch nur 10 Fähigkeiten zur Verfügung, obwohl es weit mehr freizuschalten gibt. Ähnlich wie in Guild Wars 1 müsst ihr euch also eine eigene Auswahl zusammenstellen. Die Gegner hingegen haben als besondere Fähigkeit eine lila Leiste. Ist diese gefüllt, nutzen sie einen besonders starken Angriff. Ihr habt hingegen die Möglichkeit, mit bestimmten Fertigkeiten diese Leiste zu reduzieren.
Spannend ist zu guter Letzt noch das Ausrüstungssystem, denn alles im Spiel wird zufällig generiert und auf manchen Items finden sich auch Anpassungen für bestimmte Fähigkeiten, etwa dass der Schaden dieser erhöht wird oder ein Singletarget-Angriff plötzlich mehrere Feinde trifft. Das Finden der richtigen Teile spielt also eine wichtige Rolle.
Nur knapp über 300 gleichzeitige Spieler im Peak
Im aktuellen Early Access lässt sich Project Gorgon nur über Steam spielen und kommt aktuell an jedem Tag etwas über die Marke von 300 gleichzeitigen Nutzern (via SteamDB). Das genügt, damit die Spielwelt nicht komplett leer ist, reißt aber keine wirklichen Bäume aus. Problematisch bleiben eben die verhältnismäßig wenigen Inhalte und die schwache Grafik.
Mit dem Release am 28. Januar könnte die Zahl aber nochmal deutlich in die Höhe steigen. Aktuell kostet der Titel 24,50 Euro im einmaligen Kauf und bietet im Anschluss noch ein optionales Abo für 9,99 Euro pro Monat an. Dieses bringt euch zusätzliche Charakterplätze, 15 Inventarplätze und Zugriff auf den speziellen Skill Autodidacticism, der euch das Erlernen neuer Fähigkeiten etwas erleichtert. Einen kosmetischen Shop gibt es hingegen nicht.
Ein anderes neues MMORPG mit dem Namen Past Fate kommt derzeit hingegen nicht so gut auf Steam an.
Veröffentlicht: 11. Januar 2026 11:02 Uhr