Bildquelle: 1047 Games

Splitgate 2 rennt ins Leere – Relaunch floppt trotz 150.000 Spielern

Der Arena-Shooter Splitgate 2 startete 2025 großspurig, stürzte ab und ging im Sommer in den Wartungsmodus. Mitte Dezember wagte Entwickler 1047 Games den Relaunch unter dem Namen Splitgate: Arena Reloaded.

Inhaltsverzeichnis
  1. Vom Portal-Hype zum Neustart auf Sparflamme
  2. 150.000 klicken rein, 1.000 bleiben hängen
  3. Der Hut, der länger wirkte als geplant
  4. Zweite Chancen sind kein Game-Feature
  5. Wenn der zweite Start leiser klingt als der erste Absturz

Laut Studio probierten innerhalb der ersten fünf Tage 150.000 Spieler das kostenlose Arena-FPS aus. Doch auf Steam pendeln die Spitzenwerte um magere 1.000 gleichzeitige Spieler. Ein zweiter Anlauf, der mit leisen Tönen begann, endet bisher in der Leere.f

Auf einen Blick

Relaunch: Splitgate 2 wurde am 17. Dezember als Splitgate: Arena Reloaded auf PC und Konsolen neu gestartet

Spielerzahlen: Über 150.000 Menschen probierten das Spiel in den ersten fünf Tagen

Steam-Daten: Die wöchentlichen Höchstwerte liegen bei circa 1.000 gleichzeitig aktiven Spielern

Historie: Die Beta 2025 lockte zeitweise 70.000 gleichzeitige Spieler an, der Launch floppte und führte zum „Unlaunch“

Kontroverse: CEO Ian Proulx sorgte mit einer politisch aufgeladenen Kappe für Irritationen und entschuldigte sich später

Vom Portal-Hype zum Neustart auf Sparflamme

Splitgate 2 wurde im Juni 2025 als Nachfolger des beliebten Portal-Shooter-Hybriden angekündigt und erlebte in seiner Beta einen kurzen Höhenflug. Zehntausende Spieler stürzten sich gleichzeitig durch Portale und Arenen.

Der anschließende Launch hielt dem Andrang nicht stand. Technische Probleme, Balance-Frust und ein unglücklich kommuniziertes Monetarisierungsmodell sorgten für schnelle Ernüchterung.

1047 Games reagierte mit einem ungewöhnlichen Schritt: Das Spiel wurde faktisch zurückgezogen, Server geschlossen und ein grundlegender Umbau angekündigt. Statt Schadensbegrenzung folgte ein kompletter Neustart. Der Relaunch Mitte Dezember sollte zeigen, dass das Studio aus seinen Fehlern gelernt hat – leiser, vorsichtiger, kontrollierter.

Unter dem neuen Namen Splitgate: Arena Reloaded ist der Shooter nun auch auf Konsolen spielbar. Überarbeitete Karten, neue Waffen und ein flüssigeres Bewegungsgefühl stehen im Mittelpunkt. Die Entwickler sprechen von besseren Haltewerten und einer stabileren Community. Der große Knall blieb bewusst aus.

150.000 klicken rein, 1.000 bleiben hängen

Die nackten Zahlen erzählen trotzdem eine andere Geschichte. Innerhalb der ersten fünf Tage probierten rund 150.000 Spieler den Relaunch aus. Auf Steam zeigen die Daten jedoch, dass sich die gleichzeitigen Spielerzahlen seither um etwa 1.000 bewegen. Das ist ein deutlicher Abstand zur euphorischen Beta-Phase.

Zwar fehlen konkrete Zahlen von PlayStation und Xbox, doch selbst mit großzügigem Aufschlag bleibt das Bild ernüchternd. Arena-Shooter leben von vollen Matches und kurzen Wartezeiten. Sinkende Spielerzahlen verlängern Matchmaking-Prozesse und schrecken neue Interessierte ab. Der Effekt verstärkt sich selbst.

1047 Games kündigt weitere Inhalte bis März an, darunter neue Karten und Waffen. Ob frischer Content allein reicht, um die kritische Masse zu erreichen, ist offen. Der Markt ist hart umkämpft, und Alternativen sind nur einen Download entfernt.

Der Hut, der länger wirkte als geplant

Zum Imageproblem trug auch ein PR-Moment bei, der dem Spiel lange nachhing. Bei der ursprünglichen Präsentation trug CEO Ian Proulx eine rote Kappe mit dem Slogan „Make FPS Great Again“. In einem politisch aufgeheizten Umfeld wurde das Accessoire als Anspielung verstanden, die viele Spieler irritierte.

Proulx entschuldigte sich später öffentlich und erklärte die Intention als humorvoll gemeint. Doch in sozialen Netzwerken hatte sich das Bild bereits festgesetzt. Für ein Studio, das Vertrauen zurückgewinnen wollte, war das Timing denkbar schlecht.

Beim Relaunch verzichtete 1047 Games bewusst auf große Showmomente. Stattdessen setzte man auf Community-Streams, nüchterne Patchnotes und transparente Kommunikation. Der Ansatz ist nachvollziehbar, aber Reichweite entsteht so nur langsam – wenn überhaupt.

Zweite Chancen sind kein Game-Feature

Splitgate: Arena Reloaded bringt solide Mechaniken, ein vertrautes Portal-Konzept und sichtbar mehr Feinschliff. Doch Qualität allein garantiert keinen Neustart. Der Free-to-Play-Markt ist gesättigt, und Spieler sind wenig geduldig mit Titeln, die bereits einmal enttäuscht haben.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich eine stabile Kern-Community bildet oder ob der Relaunch nur ein kurzes Aufflackern bleibt.

Das Spiel hat seine Fans, aber es kämpft gegen Vergessen, Konkurrenz und das eigene Vorleben.

Wenn der zweite Start leiser klingt als der erste Absturz

Splitgate 2 ist kein schlechtes Spiel, sondern ein müdes Comeback. Der Relaunch wirkt durchdacht, aber vorsichtig, fast schüchtern. Wer Portale liebt, findet hier ein sauberes Fundament.

Wer auf volle Arenen hofft, hört vor allem Echo. Manchmal ist der schwierigste Boss nicht das Gameplay, sondern die Erinnerung der Spieler.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Vom Portal-Hype zum Neustart auf Sparflamme
  2. 150.000 klicken rein, 1.000 bleiben hängen
  3. Der Hut, der länger wirkte als geplant
  4. Zweite Chancen sind kein Game-Feature
  5. Wenn der zweite Start leiser klingt als der erste Absturz
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Vom Portal-Hype zum Neustart auf Sparflamme
  2. 150.000 klicken rein, 1.000 bleiben hängen
  3. Der Hut, der länger wirkte als geplant
  4. Zweite Chancen sind kein Game-Feature
  5. Wenn der zweite Start leiser klingt als der erste Absturz
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Vom Portal-Hype zum Neustart auf Sparflamme
  2. 150.000 klicken rein, 1.000 bleiben hängen
  3. Der Hut, der länger wirkte als geplant
  4. Zweite Chancen sind kein Game-Feature
  5. Wenn der zweite Start leiser klingt als der erste Absturz
Author
Image of Ben Touati
Ben Touati
Gaming Nerd
Ben Touati schreibt über Games, Filme und die große, weite Welt der Popkultur – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob Aktuelles aus der Gaming-Welt, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von geekigen Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.