Valves Steam Machine kommt später und vermutlich teurer als geplant. Das für Ende 2025 angekündigte Wohnzimmer-Gaming-System wurde ins erste Halbjahr 2026 verschoben. Grund sind explodierende Kosten für Arbeitsspeicher und Flash-Storage.
- Geplant, verschoben, ohne Preis
- RAM-Preise außer Kontrolle
- Steam Deck bleibt vorerst die Priorität
- Switch 2 und Sony profitieren
- Neue Hardware kommt trotzdem
- Auf Valve-Zeit
Valve will die Preisgestaltung „überdenken”, bevor die Konsole auf den Markt kommt. Derweil bleibt der Steam Deck 2 in weiter Ferne.
Auf einen Blick
- Steam Machine wird ins erste Halbjahr 2026 verschoben, ursprünglich für Q4 2025 geplant
- Valve nennt steigende RAM- und Speicherkosten als Hauptgrund für Verzögerung
- Arbeitsspeicher-Preise stiegen binnen eines Jahres von 200 auf bis zu 1.400 Dollar (DDR5, 64GB)
- Steam Machine soll PS5 und Xbox Series X|S Konkurrenz machen, Preis noch nicht bestätigt
- Steam Deck 2 kommt frühestens 2027 oder später – Valve wartet auf „echten Next-Gen-Sprung”
Geplant, verschoben, ohne Preis
Valve hat die Steam Machine verschoben. Das war im November 2025 angekündigte Wohnzimmer-Gaming-PC sollte ursprünglich Ende 2025 erscheinen, landet jetzt aber erst in der ersten Jahreshälfte 2026. Der offizielle Grund: Produktionsengpässe bei RAM und Storage.
Der inoffizielle: Valve will nicht mit Verlust verkaufen – und überlegt, ob die Steam Machine überhaupt noch zum ursprünglich geplanten Preis marktfähig ist.
Die Steam Machine sollte Valves Antwort auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S werden. Ein kompaktes Wohnzimmer-PC mit SteamOS, RDNA-3-Grafikkernen, 4K-60fps-Fähigkeit und allem, was man von einer modernen Konsole erwartet.
Zwei Speichervarianten waren geplant: 512 GB und 2 TB. Der Preis? Offen. Valve wollte vermutlich irgendwo zwischen 500 und 700 Dollar landen – konkurrenzfähig, aber nicht billig. Jetzt scheint selbst das fraglich.
RAM-Preise außer Kontrolle
Das Problem ist simpel: RAM kostet aktuell das Vierfache bis Siebenfache dessen, was vor einem Jahr normal war. 64 GB DDR5-Arbeitsspeicher lagen Anfang 2025 bei rund 200 Dollar. Im Februar 2026 sprechen wir von 900 bis 1.400 Dollar.
Das ist kein temporärer Spike, sondern eine strukturelle Krise, die das Steam Deck OLED bereits erfasst hat, das seit Tagen in mehreren Regionen kaum noch verfügbar ist. Chip-Hersteller kommen mit der Produktion nicht nach, KI-Server kaufen alles weg, und geopolitische Spannungen machen Lieferketten unberechenbar.
Valve sitzt damit in der Zwickmühle. Entweder das Unternehmen absorbiert die Mehrkosten und verkauft die Steam Machine mit geringer oder negativer Marge – oder es passt den Preis an und riskiert, dass niemand eine 800-Dollar-Konsole kauft.
Beide Optionen sind schlecht. Die dritte Option: warten und hoffen, dass sich die Preise stabilisieren. Genau das tut Valve jetzt.
Steam Deck bleibt vorerst die Priorität
Interessanterweise bleibt das Steam Deck 2 weiterhin in der Schwebe. Valve hat mehrfach klargestellt, dass ein Nachfolger nicht vor 2027 oder später kommt. Software-Ingenieur Pierre-Loup Griffais sagte im November 2025, dass Valve „nicht an 20, 30 oder selbst 50 Prozent mehr Performance interessiert” sei.
Man wolle einen echten Next-Gen-Sprung – bessere Performance und längere Akkulaufzeit. Die aktuelle Chip-Generation liefert das nicht.
Das bedeutet: Der Steam Deck OLED bleibt vorerst das Handheld-Flaggschiff. Mit vier Millionen verkauften Einheiten seit Februar 2022 war der Steam Deck ein Erfolg, aber kein Blockbuster.
Die OLED-Version verbesserte Bildschirm und Akkulaufzeit, brachte aber keine Performance-Revolution. Valve wartet auf AMD Zen-6-APUs oder eine vergleichbare Architektur, die echte Sprünge ermöglicht. Bis dahin: Stillstand.
Switch 2 und Sony profitieren
Während Valve zögert, schlagen andere zu. Die Nintendo Switch 2 hat seit Launch im Dezember 2025 Rekordverkäufe erzielt. Sony plant angeblich eine PS6-Handheld-Version, die 2027 kommen könnte. Der Markt für Gaming-Hardware boomt – aber nur für die, die liefern können. Valve sitzt auf zwei vielversprechenden Produkten, die beide nicht marktreif sind.
Die Ironie: Valve könnte mit der Steam Machine und dem Steam Deck 2 zwei der spannendsten Gaming-Geräte der nächsten Jahre auf den Markt bringen. Stattdessen verliert das Unternehmen Momentum an Konkurrenten, die weniger perfektionistisch, aber schneller sind.
Nintendo hat die Switch 2 trotz RAM-Krise ausgeliefert – weil das Unternehmen Produktionsverträge frühzeitig gesichert hat. Valve wartet lieber ab. Das ist strategisch vielleicht klug, aber es kostet Marktanteile.
Neue Hardware kommt trotzdem
Nicht alles ist verloren. Valve kündigte im November 2025 neben der Steam Machine auch den neuen Steam Controller und das Steam Frame VR-Headset an. Beide sollen Anfang 2026 erscheinen – und könnten pünktlich kommen, da sie weniger RAM-intensiv sind.
Der Steam Controller bietet Dual-Trackpads, HD-Rumble, magnetische Thumbsticks und Gyro-Steuerung. Das Steam Frame ist ein kabelloses VR-Headset mit Snapdragon 8 Gen 3 und 16 GB LPDDR5-RAM.
Diese Produkte sind wichtig für Valves Ökosystem-Strategie. SteamOS soll nicht nur auf PC und Handheld laufen, sondern auch auf VR-Geräten, Controllern und potenziell Smart-TVs. Die Steam Machine wäre das Herzstück dieser Vision – ein Wohnzimmer-Hub, der alles verbindet. Doch ohne die Machine bleibt die Vision unvollständig.
Auf Valve-Zeit
Valves Steam Machine ist das Opfer einer Branchenkrise, die niemand vorhersehen konnte. RAM kostet das Siebenfache, Valve überlegt die Preise, und Käufer warten weiter.
Und das Steam Deck 2? Kommt vielleicht 2028. Bis dahin bleibt nur der OLED. Und Geduld. Sehr viel Geduld.
Veröffentlicht: 17. Februar 2026 10:28 Uhr