Die Anno Reihe hat sich selten vor großen Sprüngen gescheut. Diesmal geht es in das Römische Reich und die Szene war bereit, die neue Epoche zu feiern. Doch kaum ist Anno 117 veröffentlicht, entsteht ein merkwürdiges Spannungsfeld. Die einen schwärmen vom schönsten Anno seit Langem. Die anderen sprechen vom wertvollsten Rohbau der Serie. Wir haben uns sehr viele Rezensionen auf Steam angesehen und möchten euch hier eine Stimmungsrichtung vor dem Kauf liefern.
- Neuer Glanz im alten Raster
- Die Kampagne bricht ein und lässt Fragezeichen zurück
- Der Streit um Asset Qualität und KI Einsatz
- Warum Anno 117 trotzdem nicht abstürzt
- Zwischen Romantik und Realität: Wohin steuert die Reihe jetzt
- Hoffnung auf das vollständige Imperium
- Häufig gestellte Fragen zu Anno 117
Neuer Glanz im alten Raster
Optisch liefert Ubisoft Mainz eine starke Vorstellung. Viele Rezensionen loben das visuelle Upgrade und beschreiben das Spiel als deutlich lebendiger als frühere Vertreter der Reihe. Die Städte wirken dichter, die Straßenführung wirkt natürlicher und die Kamerafahrten erzeugen einen besseren Fluss. Dazu kommt ein Interface, das spürbar aufgeräumter ist und Neulingen den Start erleichtert, ohne Veteranen zu bevormunden.
Besonders häufig fällt die Bemerkung, dass dieses Anno sich wieder wie ein Anno anfühlt. Die Produktionsketten laufen vertraut, das Römische Reich wirkt wie ein ungewöhnlicher, aber stimmiger Anstrich für das vertraute Aufbauspiel. Die neuen Mechaniken wie der Forschungsbaum oder die Bodenkämpfe werden als interessante Ergänzung beschrieben. Manche sehen darin den ersten Schritt zu einem echten Modernisierungsschub für die Serie.
Die Kampagne bricht ein und lässt Fragezeichen zurück
So viel Lob es für die Präsentation gibt, so hart trifft ein Kritikpunkt das Fundament des Spiels. Die Kampagne endet viel zu früh. Mehrere Rezensionen berichten, dass die Erzählung mitten in Akt 2 abrupt aufhört. Keine Auflösung, kein Finale, kein Abschlussgefühl. Für all jene, die Anno 117 als erzählerischen Neubeginn gesehen haben, wirkt dieser Abbruch wie ein offener Bruch. Es entsteht der Eindruck, dass die Story entweder verschoben oder nicht vollständig produziert wurde.
Die Szene reagiert entsprechend enttäuscht. Ein unvollständiger Storymodus ist nichts, worüber man hinwegsehen kann, wenn ein großer Serienteil veröffentlicht wird. Selbst Sandbox-Fans bemerken den Rückstand, weil die Kampagne traditionell den Rahmen für viele Mechaniken bildet. Ohne diesen Rahmen wirkt das Gesamtbild fragmentiert.
Der Streit um Asset Qualität und KI Einsatz
Ein weiterer Schwerpunkt der Kritik bezieht sich auf die grafischen Assets. Einzelne Reviews behaupten, im Spiel seien Texturen oder Illustrationen genutzt worden, die den Eindruck von KI generierten Inhalten erwecken. Für viele Fans ist dieses Thema sensibel. Die Erwartungshaltung an ein Vollpreisspiel liegt hoch und der Einsatz minderwertiger Materialien führt sofort zu Gegenwind. Es entsteht der Eindruck eines Produkts mit Licht und Schatten, das sich nicht überall dieselbe Sorgfalt gönnt.
Dazu gesellen sich kleinere technische Beschwerden. Manche berichten von Performance Problemen, Laderucklern oder inkonsistenten Animationen. Auch werden Features vermisst, die Anno 1800 über Jahre aufgebaut hat. Der direkte Vergleich mit dem beliebten Vorgänger setzt diesen Titel unter Druck.
Warum Anno 117 trotzdem nicht abstürzt
Trotz aller Baustellen bleibt ein erstaunlich stabiler Kern. Die Sandbox Modi funktionieren und bieten alles, was Fans des Genres suchen. Wer sich auf Wirtschaft, Städtebau und Optimierungsdrang fokussiert, bekommt hier ein stabiles Fundament. Die Provinzstruktur und der römische Rahmen bringen genug neue Ansätze, um viele Stunden Freude zu erzeugen. Die gemischten Reviews entstehen daher durch diese ungewöhnliche Mischung aus großem Potenzial und gleichzeitig spürbarer Unvollständigkeit.
Zwischen Romantik und Realität: Wohin steuert die Reihe jetzt
Die Frage, die sich die Szene stellt, ist simpel. Wird Ubisoft Mainz die offenen Stellen füllen oder bleibt das Spiel ein halbfertiges Monument. Die Vergangenheit zeigt, dass die Anno-Titel mit der Zeit wachsen können. Updates, Balancing und Erweiterungen haben die Reihe schon oft stabilisiert. Doch ein Kampagnenende lässt sich nicht einfach ignorieren. Die Bühne für Verbesserungen ist da, doch das Publikum bleibt kritisch.
Hoffnung auf das vollständige Imperium
Hier entsteht der entscheidende Punkt. Anno 117 zeigt genug Qualität, um die Fans nicht loszulassen. Aber es zeigt auch genug Lücken, um Misstrauen zu erzeugen. Sollte Ubisoft die offenen Fragen beantworten, könnte sich das Spiel zu einem der stärksten Teile der Reihe entwickeln. Bleibt dieser Schritt aus, könnte es als römisches Experiment in Erinnerung bleiben, das weit unter seinen Möglichkeiten blieb.
Häufig gestellte Fragen zu Anno 117
Was ist Anno?
Anno ist eine traditionsreiche Aufbau und Wirtschaftsspielreihe mit Fokus auf Stadtentwicklung, Produktionsketten, Handel und Diplomatie.
Was ist Anno 117?
Anno 117 ist ein römisch geprägter Serienableger, der Wirtschaftssimulation, Aufbau und Provinzverwaltung kombiniert.
Wer hat Anno 117 entwickelt?
Das Spiel stammt von Ubisoft Mainz und wird von Ubisoft veröffentlicht.
Warum ist die Kampagne von Anno 117 umstritten?
Mehrere Reviews berichten, dass die Kampagne mitten in Akt zwei ohne Abschluss endet.
Welche Neuerungen bringt Anno 117?
Das Spiel bietet ein Forschungssystem, ein Bodenkampfsystem, neue Straßen und Gebäudeplatzierungsoptionen sowie ein überarbeitetes Interface.
Veröffentlicht: 19. November 2025 12:07 Uhr