Es ist ein Satz, der Gaming-Leute kurz stutzen lässt: Bobby Kotick hätte beinahe Minecraft gekauft. In einem Podcast mit Ari Emanuel und Elon Musk erzählt der ehemalige Activision-Blizzard-CEO, wie nah der Deal tatsächlich war – und warum es am Ende Microsoft wurde.
- Ein Angebot in Stockholm und ein abruptes „Ich höre auf“
- Microsoft übernimmt – und die Branche schaut zu
- Ein kurzer Schlenker zu Elon Musk
Ein Angebot in Stockholm und ein abruptes „Ich höre auf“
Kotick erinnert sich an fünf Tage in Stockholm, an Gespräche mit Markus „Notch“ Persson, an eine Phase, in der Activision ernsthaft überlegte, Mojang zu übernehmen. Der Preis: rund 1,5 Milliarden US-Dollar.
Doch laut Kotick kam der Moment, in dem Notch ihm sagte, er werde das Studio verlassen – und Teile seines Führungsteams gleich mit. Für Activision ein Bruch in der Gleichung. „Ich kann das Studio nicht ohne euch führen“, so Koticks damalige Reaktion, und die Gespräche liefen aus.
Kurz darauf meldete sich Notch wieder: Microsoft habe ein Angebot über 2,5 Milliarden US-Dollar vorgelegt. Kotick sagt, er habe ihm geraten, den Deal anzunehmen. Spencer und Matt Booty hätten die Entscheidung schließlich verantwortet – und Minecraft zu dem Ausbau geführt, den wir heute kennen.
Microsoft übernimmt – und die Branche schaut zu
Die Übernahme wurde im September bestätigt, 2014 war der Deal durch. Rückblickend liest sich Koticks Version der Ereignisse deckungsgleich mit damaligen Berichten: Auch EA und Activision standen in der Warteschlange, aber Microsoft war bereit, tiefer in die Tasche zu greifen – und hatte offenbar eine klarere Vision für das Studio.
Dass Minecraft heute mehr als ein Spiel ist, eher ein Ökosystem, ein Kulturstück und eine Wirtschaft für sich, passt zu Koticks Darstellung: Es brauchte jemanden, der bereit war, langfristig zu denken.
Ein kurzer Schlenker zu Elon Musk
Gegen Ende des Podcasts wurde es dann etwas persönlicher. Kotick bezeichnete Elon Musk als „den besten möglichen Besitzer einer Spielefirma“. Zu fähig, zu vielseitig, zu klug, um nicht irgendwo im Gaming eine Rolle spielen zu können, so Kotick. Musk nahm das Kompliment mit einem knappen Dank an.
Es ist ein Moment, der zeigt, wie sehr Gaming inzwischen in Gespräche über Gesellschaft, Technologie und Visionen hineinragt – und wie eng diese Kreise miteinander verflochten sind.
Veröffentlicht: 24. November 2025 03:04 Uhr