Borderlands war immer eine Reihe, die mit Chaos, Humor und verrückten Ideen punkten konnte. Doch bei Borderlands 4 sorgt das Chaos eher unfreiwillig für Schlagzeilen. Statt gefeierter Rückkehr kämpft der Shooter mit technischen Problemen, einem hohen Preis – und einem Studio-Chef, der in sozialen Medien Öl ins Feuer gießt.
- Ein Launch, der die Fans kalt erwischt
- Pitchford auf Social Media: Öl ins Feuer
- Was auf dem Spiel steht
- Zwischen Chance und Abstieg
Ein Launch, der die Fans kalt erwischt
Viele hatten nach Borderlands 3 ein Upgrade erwartet: bessere Performance, stabilere Technik, weniger Bugs. Die Realität? Ruckler, Abstürze, Grafikfehler, Speicherlecks – und das bei einem Vollpreistitel von knapp 80 Euro. Der Day-One-Patch brachte zwar ein bisschen Besserung, doch gerade auf älteren PCs blieb das Spiel ein Glücksspiel. In Foren stapeln sich Berichte über Framerate-Einbrüche und fehlerhafte Missionen. Wer viel Geld bezahlt hat, fühlt sich betrogen – und vergleicht Borderlands 4 mit Konkurrenzspielen, die zum selben Preis deutlich sauberer laufen.
Pitchford auf Social Media: Öl ins Feuer
Randy Pitchford war noch nie jemand, der sich mit öffentlichen Statements zurückhält. Doch was bei Borderlands 4 passiert, zeigt die Schattenseite dieses Ansatzes. Statt Probleme klar anzuerkennen oder Lösungen zu kommunizieren, blockt er ab. Seine Standardantwort: „Dann gebt es halt auf Steam zurück.“ Für viele Fans ist das nicht nur herablassend, sondern auch ein Schlag ins Gesicht.
Dazu kommen Kommentare, die die Situation eher verschärfen. Pitchford erklärte mehrfach, dass Borderlands 4 nicht für alte Hardware gedacht sei – und legte mit Tipps nach, die technisch nicht einmal funktionieren. Wer Kritik äußert, bekommt oft den Hinweis, dass „diese Art von Leidenschaft eigentlich Liebe ist“. Das wirkt belehrend, nicht verbindend. Threads auf Reddit und in Foren zeigen, wie sehr sich die Community von dieser Kommunikation entfremdet fühlt.
Was auf dem Spiel steht
Die Folgen sind spürbar. Viele Fans haben Borderlands 4 erst gar nicht gekauft, andere warten auf Rabatte oder geben das Spiel weiter. Pitchfords Auftreten hat den Frust multipliziert – anstatt Vertrauen zu schaffen, wirkt er wie ein Chef, der seine eigene Community nicht ernst nimmt.
Dabei gibt es Beispiele, wie es besser laufen kann: Studios, die Probleme offen zugeben, Updates ankündigen und sogar empfehlen, erst später zu kaufen, stoßen bei Spielern auf Verständnis. Authentizität zahlt sich aus. Genau das fehlt hier.
Zwischen Chance und Abstieg
Borderlands 4 hätte die Chance, mit klarer Roadmap und ehrlicher Kommunikation Boden gutzumachen. Doch solange technische Schwächen bestehen und Pitchford jede Kritik als überzogen abtut, bleibt der Schaden. Gearbox steht an einem Scheideweg: Entweder sie stellen sich der Community mit Respekt – oder sie verlieren noch mehr Vertrauen.
Fest steht: In Zeiten, in denen Fans nicht nur Käufer, sondern auch Multiplikatoren sind, ist der Ton mindestens so wichtig wie die Technik. Borderlands 4 zeigt, wie schnell man beides verspielen kann.
Veröffentlicht: 21. September 2025 16:11 Uhr