Es ist selten, dass Dan Houser öffentlich spricht, und wenn er es tut, hört die Branche zu. Der Mitgründer von Rockstar Games – einer der zentralen Köpfe hinter Grand Theft Auto und Red Dead Redemption – hat sich jetzt in der Channel-4-Sendung Sunday Brunch zum Thema generative KI geäußert. Und wie so oft bei Houser wirkt das Ganze herrlich unaufgeregt und gleichzeitig ziemlich klar. KI kann Großartiges leisten, aber der Hype, der drum herum gebaut wird, sei weit weg von der Realität.
- KI zwischen Potenzial und PR-Feuerwerk
- Zwischen Buch, Podcast und neuem Spieluniversum
- KI im Gaming: Eine Branche, die gerade Vollgas gibt
KI zwischen Potenzial und PR-Feuerwerk
Houser erzählt, dass sein neues Studio Absurd Ventures durchaus mit KI experimentiert, also nicht aus einer technikfeindlichen Ecke spricht. Trotzdem bleibt er vorsichtig. Viele Versprechen rund um generative Modelle empfindet er als überzogen. KI könne „einige Aufgaben großartig lösen“, aber bei vielen anderen Dingen sei sie schlicht noch nicht da, wo börsennotierte Tech-Firmen sie gerne hätten. Der Eindruck liegt auf der Hand. Was oft als Durchbruch verkauft wird, soll vor allem den Aktienkurs bewegen oder Investor:innen überzeugen, dass der nächste große Umbruch unmittelbar bevorsteht.
Und dann sagt Houser etwas, das in der aktuellen Stimmung wie ein kleiner Nadelstich wirkt: KI sei ein Containerbegriff geworden – ein Etikett für „alles, was irgendwann mal futuristische Computer können sollen“, auch wenn viel davon noch nicht funktioniert.
Zwischen Buch, Podcast und neuem Spieluniversum
Houser war eigentlich zu Gast, um A Better Paradise – Volume One: An Aftermath zu promoten, die Romanfassung des Audio-Fiction-Podcasts, den Absurd Ventures im letzten Jahr veröffentlicht hat. Im Hintergrund arbeitet das Studio außerdem an einem Spiel, das im selben Universum angesiedelt sein soll – ein Projekt, das dank Housers Ruf schon jetzt große Aufmerksamkeit erzeugt, obwohl so gut wie nichts darüber bekannt ist.
KI im Gaming: Eine Branche, die gerade Vollgas gibt
Dass Houser sich moderat zeigt, ist ein Kontrast zu vielen Unternehmen, die aktuell grenzenlos in KI investieren. Krafton etwa hat sich offen dazu bekannt, künftig ein „AI-first“-Unternehmen sein zu wollen – inklusive Agentic-AI-Strategien, automatisierten HR-Systemen und einem neuen GPU-Cluster. Ubisoft-CEO Yves Guillemot ging in seinen jüngsten Finanzzahlen noch weiter und nannte generative KI eine Revolution, „so groß wie der Sprung zu 3D“.
Zwischen diesen Extremen wirkt Housers Haltung fast wie ein Reality-Check: viel Potenzial, viel Overhype, und vor allem ein Werkzeug, das seinen Platz finden muss, ohne dass ganze Industrien es zur Allzwecklösung erklären.
Veröffentlicht: 2. Dezember 2025 02:46 Uhr