Epic Games hat bekannt gegeben, dass die Fortnite-Plattform in Zukunft wieder zufallsbasierte Mikrotransaktionen erhalten wird. Creator dürfen nun unter der Bezeichnung „Paid Random Items“ Beutekisten-ähnliche Systeme in ihren Spielwelten nutzen. Dies ist ein Schritt, der Fortnite näher an den Roblox-Markt bringt.
- Comeback eines umstrittenen Systems
- Epic nimmt Abstand vom Vorwurf des Glücksspiels
- Wettbewerbsdruck durch Roblox
- FAQ zu Fortnites neuen Lootboxen
Comeback eines umstrittenen Systems
Fortnite entfernte die klassischen Lootboxen bereits 2019 aus dem Spiel, nachdem die weltweite Kritik an Ingame-Glücksspielmechaniken zugenommen hatte. Epic Games hat diese Systeme nun wieder erlaubt, allerdings ausschließlich auf den von Spielern erstellten „Creator Islands“.
Ein neuer Entwicklerblog des Studios erläutert die Regeln für die sogenannten „In-Island Transactions Restrictions“, die auch Transaktionen mit Zufallselementen umfassen. Lootboxen dürfen Creator künftig gestalten und verkaufen, solange sie die offiziellen Vorgaben beachten.
Für Paid Random Items gelten diese Regeln:
- Verbot in Singapur, Katar, Australien, den Niederlanden, Belgien und für Spieler unter
- 18 Jahren im Vereinigten Königreich und Brasilien
- Offenlegung der genauen Wahrscheinlichkeiten vor dem Erwerb
- Keine Kauftexte, die irreführend oder manipulativ sind
- Keine direkte Ansprache an Personen unter 18 Jahren
- In Brasilien ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass gebündelte Artikel auch einzeln erhältlich sein müssen.
Alles, was nicht in diesen Richtlinien steht, dürfen Creator nach Belieben umsetzen, wenn es um den Aufbau ihrer Lootbox-Systeme geht. Epic wird die Verantwortung für die Einhaltung der Gesetze an die Entwickler selbst übertragen.
Epic nimmt Abstand vom Vorwurf des Glücksspiels
Epic Games ist der Meinung, dass die neuen Paid Random Items trotz offensichtlicher Ähnlichkeiten nicht als Glücksspiel gelten. Die Nutzungsbedingungen verbieten ausdrücklich Casino-ähnliche Inhalte, Lotterien oder Glücksspiele auf der Plattform.
Die Firma ist der Ansicht, dass Lootboxen kein Glücksspiel sind, solange die Wahrscheinlichkeiten bekannt sind und die Inhalte nicht für echtes Geld weiterverkauft werden können. Publisher hatten diese Argumentation in der Vergangenheit bereits bei ähnlichen Systemen wie EA Sports FC oder Genshin Impact verwendet.
Wettbewerbsdruck durch Roblox
Dieser Schritt erfolgt, während Fortnite immer mehr in Konkurrenz zu Roblox steht. Entwickler sollen mit besseren Umsatzbeteiligungen angelockt werden, da beide Plattformen auf nutzergenerierte Inhalte (UGC) setzen.
Im vergangenen Jahr hat Epic Games über 350 Millionen $ an Creator ausgezahlt und ermöglicht seit September 2025 den Verkauf von eigenen Ingame-Gegenständen. Fortnite-Creator erhalten momentan 74 % des Umsatzes – das ist deutlich mehr als bei Roblox, wo die Beteiligung nur 25 % beträgt. Bis Ende 2026 wird der Fortnite-Anteil voraussichtlich auf 37 % sinken.
Roblox erzielt enorme Erfolge mit Pay-to-Win-Mechaniken und Gacha-Systemen, und es scheint, als ob Epic nun auch verstärkt auf die Monetarisierung durch Zufallsmechaniken setzt – trotz der fortwährenden Kritik an der psychologischen Wirkung solcher Systeme.
FAQ zu Fortnites neuen Lootboxen
Zufallsbasierte Kaufobjekte, die in Creator Islands verkauft werden dürfen – ähnlich klassischen Lootboxen.
Nein. In mehreren Ländern, darunter Belgien und die Niederlande, sind sie vollständig verboten.
Unter 18-Jährige dürfen in bestimmten Regionen keine Paid Random Items erwerben.
Ja, die genauen Drop-Chancen müssen vor jedem Kauf angegeben werden.
Laut Epic Games nicht – da keine Echtgeld-Auszahlungen möglich sind und alle Käufe transparent bleiben müssen.
Das Unternehmen will seine Creator-Plattform stärken und sich im Wettbewerb mit Roblox messen.
Sie können ihre eigenen Ingame-Shops und Lootbox-Systeme einbauen.
Die Einführung ist schrittweise geplant und soll bis Anfang 2026 erfolgen.
Veröffentlicht: 12. November 2025 11:11 Uhr