Fortnite
Quelle: Epic Games

Fortnite führt Lootboxen unter dem Namen „Paid Random Items“ wieder ein

Epic Games hat bekannt gegeben, dass die Fortnite-Plattform in Zukunft wieder zufallsbasierte Mikrotransaktionen erhalten wird. Creator dürfen nun unter der Bezeichnung „Paid Random Items“ Beutekisten-ähnliche Systeme in ihren Spielwelten nutzen. Dies ist ein Schritt, der Fortnite näher an den Roblox-Markt bringt.

Inhaltsverzeichnis
  1. Comeback eines umstrittenen Systems
  2. Epic nimmt Abstand vom Vorwurf des Glücksspiels
  3. Wettbewerbsdruck durch Roblox
  4. FAQ zu Fortnites neuen Lootboxen

Comeback eines umstrittenen Systems

Fortnite entfernte die klassischen Lootboxen bereits 2019 aus dem Spiel, nachdem die weltweite Kritik an Ingame-Glücksspielmechaniken zugenommen hatte. Epic Games hat diese Systeme nun wieder erlaubt, allerdings ausschließlich auf den von Spielern erstellten „Creator Islands“.

Ein neuer Entwicklerblog des Studios erläutert die Regeln für die sogenannten „In-Island Transactions Restrictions“, die auch Transaktionen mit Zufallselementen umfassen. Lootboxen dürfen Creator künftig gestalten und verkaufen, solange sie die offiziellen Vorgaben beachten.


Für Paid Random Items gelten diese Regeln:

  • Verbot in Singapur, Katar, Australien, den Niederlanden, Belgien und für Spieler unter
  • 18 Jahren im Vereinigten Königreich und Brasilien
  • Offenlegung der genauen Wahrscheinlichkeiten vor dem Erwerb
  • Keine Kauftexte, die irreführend oder manipulativ sind
  • Keine direkte Ansprache an Personen unter 18 Jahren
  • In Brasilien ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass gebündelte Artikel auch einzeln erhältlich sein müssen.

Alles, was nicht in diesen Richtlinien steht, dürfen Creator nach Belieben umsetzen, wenn es um den Aufbau ihrer Lootbox-Systeme geht. Epic wird die Verantwortung für die Einhaltung der Gesetze an die Entwickler selbst übertragen.


Epic nimmt Abstand vom Vorwurf des Glücksspiels

Epic Games ist der Meinung, dass die neuen Paid Random Items trotz offensichtlicher Ähnlichkeiten nicht als Glücksspiel gelten. Die Nutzungsbedingungen verbieten ausdrücklich Casino-ähnliche Inhalte, Lotterien oder Glücksspiele auf der Plattform.

Die Firma ist der Ansicht, dass Lootboxen kein Glücksspiel sind, solange die Wahrscheinlichkeiten bekannt sind und die Inhalte nicht für echtes Geld weiterverkauft werden können. Publisher hatten diese Argumentation in der Vergangenheit bereits bei ähnlichen Systemen wie EA Sports FC oder Genshin Impact verwendet.


Wettbewerbsdruck durch Roblox

Dieser Schritt erfolgt, während Fortnite immer mehr in Konkurrenz zu Roblox steht. Entwickler sollen mit besseren Umsatzbeteiligungen angelockt werden, da beide Plattformen auf nutzergenerierte Inhalte (UGC) setzen.

Im vergangenen Jahr hat Epic Games über 350 Millionen $ an Creator ausgezahlt und ermöglicht seit September 2025 den Verkauf von eigenen Ingame-Gegenständen. Fortnite-Creator erhalten momentan 74 % des Umsatzes – das ist deutlich mehr als bei Roblox, wo die Beteiligung nur 25 % beträgt. Bis Ende 2026 wird der Fortnite-Anteil voraussichtlich auf 37 % sinken.

Roblox erzielt enorme Erfolge mit Pay-to-Win-Mechaniken und Gacha-Systemen, und es scheint, als ob Epic nun auch verstärkt auf die Monetarisierung durch Zufallsmechaniken setzt – trotz der fortwährenden Kritik an der psychologischen Wirkung solcher Systeme.


FAQ zu Fortnites neuen Lootboxen

Was sind „Paid Random Items“?

Zufallsbasierte Kaufobjekte, die in Creator Islands verkauft werden dürfen – ähnlich klassischen Lootboxen.

Sind diese Systeme weltweit verfügbar?

Nein. In mehreren Ländern, darunter Belgien und die Niederlande, sind sie vollständig verboten.

Wie schützt Epic Minderjährige?

Unter 18-Jährige dürfen in bestimmten Regionen keine Paid Random Items erwerben.

Müssen Wahrscheinlichkeiten offengelegt werden?

Ja, die genauen Drop-Chancen müssen vor jedem Kauf angegeben werden.

Handelt es sich um Glücksspiel?

Laut Epic Games nicht – da keine Echtgeld-Auszahlungen möglich sind und alle Käufe transparent bleiben müssen.

Warum kehrt Epic zu Lootboxen zurück?

Das Unternehmen will seine Creator-Plattform stärken und sich im Wettbewerb mit Roblox messen.

Wie profitieren Creator?

Sie können ihre eigenen Ingame-Shops und Lootbox-Systeme einbauen.

Wann treten die neuen Regeln in Kraft?

Die Einführung ist schrittweise geplant und soll bis Anfang 2026 erfolgen.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Author
Image of Matthias Friess
Matthias Friess
Gaming Experte
Matthias hat seine Gaming-Leidenschaft schon früh entdeckt, als er auf dem NES und dem Super Nintendo seine ersten Abenteuer erlebte. Seitdem hat ihn die Faszination für Spiele nie losgelassen. Heute berichtet er täglich über alles, was in der Gaming Welt passiert. Von frischen Releases bis zu den wichtigsten Entwicklungen in der Branche bringt er das Wesentliche verständlich und mit Leidenschaft auf den Punkt. Seine Texte sollen nicht nur informieren, sondern auch Spaß machen. Wer regelmäßig reinschaut, findet fundierte News, ehrliche Einschätzungen und immer wieder auch ein Augenzwinkern. In seiner Freizeit zockt Matthias nicht nur Retroklassiker, sondern auch aktuelle Titel wie League of Legends, Valorant oder alles, was ihm sonst gerade unter die Finger kommt.