Krafton hat auf die Klage der ehemaligen Unknown Worlds-Führung geantwortet – und die Anschuldigungen haben es in sich. Der Publisher wirft den drei Ex-Bossen vor, nach dem 500-Millionen-Dollar-Deal praktisch sofort das Interesse an Subnautica 2 verloren zu haben. Stattdessen hätten sie sich anderen Projekten gewidmet, während das Spiel vor sich hin dümpelte.
- Was lief schief bei Subnautica 2
- Kraftons Sorge: Ein zweites Kerbal Space Program 2
- Juristische Kleinkriegführung und was als nächstes kommt
Die Streitparteien sind bekannt: Charlie Cleveland und Max McGuire, die Co-Gründer von Unknown Worlds, plus CEO Ted Gill auf der einen Seite, Krafton auf der anderen. Im Juli wurden die drei entlassen, jetzt wird vor Gericht um die Deutungshoheit gekämpft. Krafton fordert die komplette Abweisung der Klage plus Kostenerstattung.
Der Kern des Streits dreht sich um eine mögliche Zusatzzahlung von bis zu 250 Millionen Dollar, die fällig würde, wenn Subnautica 2 erfolgreich entwickelt wird und bestimmte Umsatzziele erreicht werden. Die Ex-Bosse behaupten, Krafton verzögere das Spiel absichtlich, um nicht zahlen zu müssen. Krafton sagt: Das Spiel war einfach nicht fertig.
Was lief schief bei Subnautica 2
Kraftons Version der Geschichte liest sich wie ein Lehrstück über Motivationsverlust nach dem großen Geld. Cleveland und McGuire hätten jeweils fast 200 Millionen Dollar kassiert, Gill 60 Millionen. Danach sei das Interesse an der Spielentwicklung rapide gesunken.
Cleveland habe seine Rolle als Studio-weiter Game Director praktisch aufgegeben und sich stattdessen der Filmproduktion gewidmet – ein Prozess, den er öffentlich auf seiner Website und in sozialen Medien dokumentierte. McGuire habe sich “Initiativen außerhalb der Hauptentwicklungsaktivitäten” zugewandt, weil er “etwas persönlich Bedeutsames” machen wollte.
Bereits im Juli 2023 habe der Development Director bei Unknown Worlds gemeldet, dass die Teams verwirrt seien, weil “Max und Charlie als Studio-Chefs abwesend wirken”. Die Entwicklung von Subnautica 2 litt entsprechend unter den wiederholten Verzögerungen.
Kraftons Sorge: Ein zweites Kerbal Space Program 2
Im März 2024 brachte eine interne Bewertung die Probleme ans Licht. Statt das Ruder herumzureißen, hätten die Studio-Bosse “andere beschuldigt und das Team umstrukturiert” und “den Umfang des Spiels weiter reduziert”, so Krafton.
Im Frühjahr 2025 war Krafton CEO Changhan Kim der Meinung, dass Subnautica 2 noch weit von einer Early Access-Veröffentlichung entfernt sei. Seine Sorge: Das Spiel könnte wie Kerbal Space Program 2 enden und “irreversiblen Schaden für das gesamte IP-Franchise” anrichten.
Krafton hatte 500 Millionen Dollar nicht nur in Subnautica 2 investiert, sondern auch in die Zukunft der Marke – Subnautica 3, 4 und weitere Teile. Um die wertvollste IP des Studios und das Vertrauen der Fans zu schützen, habe man die drei entlassen.
Juristische Kleinkriegführung und was als nächstes kommt
Kraftons Antwort auf die Klage ist typisch juristisch pingelig. Schon bei der allerersten Behauptung der Kläger – Unknown Worlds sei “wildly successful” gewesen – widerspricht Krafton. Das Studio sei zwar übernommen worden, aber “wildly successful”? Nein.
Die Hauptaussage bleibt: Subnautica 2 ist nicht bereit für die Veröffentlichung, und die Ex-Bosse wollten es trotzdem rausbringen, um ihre Zusatzzahlung zu kassieren. Krafton sagt: “Wir glauben, die Fakten sprechen für sich.”
Normalerweise verschwinden solche Streitigkeiten jetzt hinter verschlossenen Türen, während Anwälte monatelang oder jahrelang an einer Einigung arbeiten. Bis dahin dürfte wenig Neues an die Öffentlichkeit gelangen.
Subnautica 2 hat derzeit kein neues Early Access-Datum, wird aber nicht vor 2026 erwartet. Für Fans bedeutet das: weiter warten, während die Anwälte klären, wer schuld an der Misere ist.
Veröffentlicht: 19. August 2025 11:32 Uhr