Super Mario
Quelle: Nintendo

Nintendo erzielt vor US-Gericht einen Sieg gegen Streamer von geleakten Switch-Spielen

Nintendo hat einen Gerichtsprozess in den USA gewonnen und hat einen Streamer wegen geleakter Switch-Spiele zur Rechenschaft gezogen. Der Streamer zeigte Live-Streams von geleakten Spielen für die Switch. Der Konzern verklagte den Streamer Jesse Keighin, der geleakte Nintendo-Spiele über Jahre hinweg vor ihrer offiziellen Veröffentlichung zeigte und sich öffentlich über die rechtlichen Konsequenzen lustig machte.

Inhaltsverzeichnis
  1. „Ich kann das den ganzen Tag machen“ – Keighin provoziert Nintendo
  2. Gericht spricht Nintendo 17.500 Dollar Schadenersatz zu
  3. Teilweise Einschränkungen bei der gerichtlichen Anordnung
  4. Warum geht Nintendo so entschlossen gegen Leaks vor?
  5. Präzedenzfall für zukünftige Streaming-Verstöße
  6. FAQ zum Nintendo-Streaming-Urteil

„Ich kann das den ganzen Tag machen“ – Keighin provoziert Nintendo

Unter dem Pseudonym Every Game Guru soll Keighin laut Klageschrift mindestens zehn unveröffentlichte Switch-Titel insgesamt über 50-mal live gestreamt haben. Zu den Spielen zählten unter anderem Mario & Luigi: Brothership und weitere First-Party-Titel, die vor Release im Internet kursierten.

Besonders brisant: Der Streamer verspottete Nintendo mehrfach in sozialen Medien. In einem Schreiben an das Unternehmen soll er behauptet haben, „tausend Fake-Accounts“ zu besitzen und „das den ganzen Tag machen zu können“. Später legte er auf Facebook nach:
„Ihr führt vielleicht eine Firma, aber ich kontrolliere die Straßen.“ Nintendo reichte daraufhin Klage vor einem Bundesgericht in Colorado ein


Gericht spricht Nintendo 17.500 Dollar Schadenersatz zu

Da Keighin wiederholt nicht auf Gerichtsdokumente reagierte und die Zustellung sogar über Angehörige erfolgen musste, beantragte Nintendo im März 2025 ein sogenanntes Default Judgment. Das Gericht gab dem Antrag nun statt und verurteilte Keighin zu 17.500 US-Dollar Schadenersatz.

Die Summe von 10.000 US-Dollar für die unerlaubte Verbreitung von Mario & Luigi: Brothership und 7.500 US-Dollar für 15 Verstöße gegen Nintendos Anti-Piraterie-Systeme macht den zu zahlenden Betrag aus.

Ursprünglich hätte Nintendo laut Akte bis zu 100.000 US-Dollar fordern können, da Keighin für alle zehn gelisteten Titel haftbar gewesen wäre. Das Unternehmen entschied sich jedoch für eine moderate Summe, „um ein faires, aber klares Signal zu setzen“.


Teilweise Einschränkungen bei der gerichtlichen Anordnung

Nicht allen Anträgen des Unternehmens folgte das Gericht. Nintendos Forderung, Keighin müsse alle verwendeten Emulations-Tools vernichten, wurde als „unklar und unverhältnismäßig“ abgelehnt.

Auch der Antrag, mögliche Mitwirkende dauerhaft zu untersagen, blieb ohne Erfolg, da keine konkreten Namen genannt wurden. Das Urteil gilt daher ausschließlich für Keighin selbst.


Warum geht Nintendo so entschlossen gegen Leaks vor?

Das Urheberrecht gehört bereits seit vielen Jahren zu den absoluten Steckenpferden von Nintendo. Kaum ein anderer Entwickler geht so rigoros gegen mögliche Verstöße vor. Ziel ist es dabei vorrangig das Markenimage zu schützen und Spoiler zu neuen Spielen und Entwicklungen zu verhindern.


Präzedenzfall für zukünftige Streaming-Verstöße

Nintendo hat in der Vergangenheit schon mehrfach gegen Leaks gehandelt und juristische Schritte eingeleitet. Selbst kleine Streamer oder Hobby-Emulatoren können empfindliche Strafen erwarten, wenn sie geschützte Inhalte verbreiten oder öffentlich angeben, das Gesetz umgehen zu können.

Gerichtsakten belegen, dass Nintendo den Fall als abschreckendes Beispiel für alle betrachtet, die durch geleakte Inhalte Reichweite erzielen wollen. Dies ist zumindest nicht verwunderlich, das die Switch 2 in den USA bisher die meistverkaufte Konsole im Jahr 2025 ist.


FAQ zum Nintendo-Streaming-Urteil

Wer ist Jesse Keighin?

Er ist ein Streamer aus den USA.

Worum ging es in der Klage?

Um das wiederholte Streamen von geleakten Nintendo-Spielen vor deren offiziellem Release.

Wie hoch fiel die Strafe aus?

Das Gericht verurteilte Keighin zu 17.500 US-Dollar Schadenersatz.

Welche Spiele waren betroffen?

Zehn unveröffentlichte Switch-Titel, zuletzt Mario & Luigi: Brothership.

Warum konnte Nintendo nicht mehr fordern?

Das Unternehmen beantragte bewusst nur Schadensersatz für den jüngsten Verstoß.

Welche Forderungen lehnte das Gericht ab?

Die Vernichtung von Emulations-Software und ein Verbot für ungenannte Dritte.

Wann wurde das Urteil gefällt?

Ende Oktober 2025 vom Bundesgericht in Colorado.

Warum ist der Fall bedeutsam?

Er unterstreicht Nintendos Vorgehen gegen Piraterie und Pre-Release-Streams.


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Author
Image of Matthias Friess
Matthias Friess
Gaming Experte
Matthias hat seine Gaming-Leidenschaft schon früh entdeckt, als er auf dem NES und dem Super Nintendo seine ersten Abenteuer erlebte. Seitdem hat ihn die Faszination für Spiele nie losgelassen. Heute berichtet er täglich über alles, was in der Gaming Welt passiert. Von frischen Releases bis zu den wichtigsten Entwicklungen in der Branche bringt er das Wesentliche verständlich und mit Leidenschaft auf den Punkt. Seine Texte sollen nicht nur informieren, sondern auch Spaß machen. Wer regelmäßig reinschaut, findet fundierte News, ehrliche Einschätzungen und immer wieder auch ein Augenzwinkern. In seiner Freizeit zockt Matthias nicht nur Retroklassiker, sondern auch aktuelle Titel wie League of Legends, Valorant oder alles, was ihm sonst gerade unter die Finger kommt.