Nach den neuesten Kündigungen bei Rockstar Games haben Mitglieder der Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB) vor den Büros des Studios in London und Edinburgh demonstriert. Hintergrund sind die Anschuldigungen, das Unternehmen habe Mitarbeiter entlassen, die sich für die Gründung einer Gewerkschaft einsetzen wollten.
- Gewerkschaft äußert „Schock und Wut“
- Rockstar weist die Vorwürfe zurück
- Hintergrund: Erwartung vor dem GTA 6-Launch
- Der Drahtseilakt zwischen Vertrauen und Skepsis
- FAQ zu den Protesten
Gewerkschaft äußert „Schock und Wut“
Die Proteste brachen einen Tag nach der Bekanntgabe der Entlassungen aus. IWGB-Organisator Fred Carter berichtet, dass viele Beschäftigte „schockiert und wütend“ über das Verhalten des Studios sind. Viele Betroffene hätten nur über Gehalts- und Arbeitsbedingungen gesprochen und versucht, eine faire Arbeitnehmervertretung zu schaffen.
„Die Mitarbeiter wurden bestraft, weil sie versucht haben, ihre Rechte wahrzunehmen“, erklärte Carter. „In dieser Woche habe ich neben Leuten gestanden, die geweint haben, weil sie ihre Jobs verloren haben. Die Community ist erschüttert und wütend.“
Ein ehemaliger Mitarbeiter berichtete, dass er „ohne Vorwarnung und ohne Beweise“ entlassen wurde. „Wir haben dem Unternehmen keinen Schaden zugefügt und auch keine vertraulichen Daten weitergegeben. Unser Ziel war es, die Bedingungen, unter denen wir arbeiten, zu begreifen und zu optimieren. Es ist einfach unfair, dafür entlassen zu werden.“
Rockstar weist die Vorwürfe zurück
In einer Stellungnahme erklärte Rockstar, man habe „gegen eine kleine Gruppe von Personen, die vertrauliche Informationen in einem öffentlichen Forum geteilt haben, Maßnahmen ergriffen“. Das Studio machte klar, dass die Entscheidung „in keinem Zusammenhang mit Gewerkschaftsaktivitäten oder dem Recht, einer Gewerkschaft beizutreten, steht“.
IWGB zufolge war das Forum ein privater Discord-Server der Game Workers Union, auf dem nur Gewerkschaftsorganisatoren und -mitglieder waren. Die Gewerkschaft weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Hintergrund: Erwartung vor dem GTA 6-Launch
Die Kündigungen passieren zu einer Zeit, in der Rockstar enormen öffentlichen Druck spürt. Die Firma arbeitet weiterhin an Grand Theft Auto 6, dessen Launch kürzlich auf den 19. November 2026 verschoben wurde.
Der Mutterkonzern von Rockstar, Take-Two Interactive, veröffentlichte seine neuesten Finanzzahlen zur selben Zeit wie die Entlassungen; diese zeigen trotz der Verzögerung beachtliche Umsatzsteigerungen. CEO Strauss Zelnick erklärte, dass man „das bestmögliche Spielerlebnis bieten“ wolle und sich deshalb „mehr Zeit für die nötige Feinarbeit“ nehme.
Der Drahtseilakt zwischen Vertrauen und Skepsis
Obwohl Take-Two betont, dass man Rockstar vertraut, wächst der Druck von den Arbeitnehmern. Die IWGB hat angekündigt, die entlassenen Mitarbeiter weiterhin zu betreuen und bestmöglich zu beraten. Außerdem gab die Gewerkschaft an, rechtliche Schritte zu prüfen, um die Arbeitnehmerinteressen erfolgreich durchzusetzen.
FAQ zu den Protesten
Rund 30 Mitarbeiter in Großbritannien und Kanada wurden laut IWGB entlassen, nachdem sie über Arbeitsbedingungen und Löhne diskutiert hatten.
Das Studio spricht von einer Verletzung interner Richtlinien und betont, es handle sich nicht um eine Reaktion auf Gewerkschaftsarbeit.
Die Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB).
Vor den Büros von Rockstar North in Edinburgh und Take-Two Interactive in London.
Wiedereinstellung der betroffenen Mitarbeiter und Anerkennung des Rechts auf gewerkschaftliche Organisation.
Laut aktuellem Stand am 19. November 2026.
CEO Strauss Zelnick betont, das Unternehmen wolle „das außergewöhnlichste interaktive Erlebnis aller Zeiten“ liefern.
Die IWGB prüft derzeit mögliche juristische Schritte gegen die Entlassungen.
Veröffentlicht: 10. November 2025 09:42 Uhr