Roblox hat den YouTuber Schlep gesperrt und mit einer Unterlassungserklärung bedroht. Der 22-Jährige hatte sich darauf spezialisiert, mutmaßliche Kinderschänder auf der Plattform zu entlarven – und behauptet, seine Arbeit habe zu sechs Verhaftungen geführt. Jetzt ist er komplett von der Plattform verbannt.
- Roblox wirft ihm Verstöße gegen Community-Richtlinien vor
- Totalsperrung aller Accounts seit der Kindheit
- Persönliche Anschuldigungen gegen Roblox
- Community startet Boykott-Kampagne
Roblox wirft ihm Verstöße gegen Community-Richtlinien vor
Die Unterlassungserklärung listet mehrere Vorwürfe auf: “simulierte Gespräche über Kindeswohlgefährdung”, “Weitergabe persönlicher Daten” und “Ermutigung zur Kommunikation außerhalb der Plattform”. Roblox argumentiert, dass Schleps Methoden die Sicherheitssysteme umgehen und Nutzer gefährden würden.
Schlep mit über 600.000 Abonnenten wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er erklärt, dass seine Lockvögel niemals sexuelle Gespräche initiieren, um Fallen zu vermeiden. Die meisten Chat-Protokolle seien außerdem auf Discord und nicht auf Roblox gesammelt worden. Die Weitergabe von Informationen an die Polizei sollte seiner Meinung nach kein Verstoß sein.
Totalsperrung aller Accounts seit der Kindheit
Besonders heftig: Roblox sperrte nicht nur Schleps aktuelle Accounts, sondern auch alle, die er jemals besessen hatte – inklusive der, die er als Achtjähriger erstellt hatte. Auch die Accounts, über die er mit Verdächtigen kommunizierte, sind weg.
In seinem Reaktionsvideo macht Schlep schwere Vorwürfe gegen Roblox. Das Unternehmen habe bei ernsthaften Meldungen versagt, darunter Drohungen gegen die Las Vegas Sphere, die er sowohl Roblox als auch dem FBI gemeldet hatte.
Persönliche Anschuldigungen gegen Roblox
Schlep wird auch persönlich: Er behauptet, als Kind selbst auf Roblox von einem beliebten Entwickler missbraucht worden zu sein. Seine Mutter habe damals Roblox kontaktiert, aber das Unternehmen habe nur Krisenhilfe angeboten und den mutmaßlichen Täter erst Jahre später entfernt.
Auch sein Kollege JiDion, der regelmäßig bei Predator-Jagden mitmacht, meldete sich mit einem eigenen Video zu Wort.
Community startet Boykott-Kampagne
Die Sperrung löste einen Shitstorm aus. Unterstützer starteten die Hashtags #BoycottRoblox und #FreeSchlep und werfen dem Unternehmen vor, einen Whistleblower zum Schweigen zu bringen.
Roblox bleibt hart und argumentiert, dass unabhängige Ermittlungen offizielle Untersuchungen untergraben würden. Schädliche Aktivitäten sollten über die offiziellen Meldesysteme gemeldet werden. Das Unternehmen arbeite mit Strafverfolgungsbehörden und Kinderschutzorganisationen zusammen.
Die Situation zeigt ein Grundproblem: Wenn offizielle Systeme versagen, greifen Nutzer zu eigenen Mitteln – und geraten dann selbst ins Visier. Ob Roblox mit der Sperrung das richtige Signal sendet, ist mehr als fraglich.
Veröffentlicht: 21. September 2025 16:59 Uhr