Rod Fergusson verlässt Blizzard. Wie wird das Diablo und das Add on Vessel of Hatred beeinflussen?
Blizzard / Linda Güster, Escapist Illustration

Rod Fergusson verlässt Blizzard: Was bedeutet das für Diablo?

Fünf Jahre lang war Rod Fergusson das Steuer in der Hand der Diablo-Reihe – jetzt gibt er es ab. Der Mann, der Diablo 2 Resurrected, Diablo Immortal, Diablo 4 und das kommende Vessel of Hatred ins Ziel gebracht hat, verlässt Blizzard. Für die Community kommt das in einer Phase, in der Diablo zwischen Nostalgie und Monetarisierung balanciert. Und jeder will wissen, wohin die Reise jetzt geht.

Inhaltsverzeichnis
  1. Die Handschrift eines „Closers“
  2. Vom Gears-Krieg zum Höllentor
  3. Erfolge, Kritik und der große Spagat
  4. Die Stimmung nach der News

Die Handschrift eines „Closers“

Fergusson kam 2020 zu Blizzard, als Diablo nach den gemischten Reaktionen auf Teil 3 nicht gerade in Hochform war. Was folgte, war ein straffer Release-Takt: das Remaster von Diablo 2, der Mobile-Ausflug mit Immortal, der große Wurf Diablo 4 und zuletzt der Aufbau des Vessel-of-Hatred-Add-ons.

In der Branche kennt man ihn als „Closer“ – den, der einsteigt, wenn Projekte stocken, und sie ohne Umwege auf den Markt bringt. Unter seiner Führung bekam Diablo wieder mehr Präsenz, regelmäßige Updates und einen klareren Produktionsplan. Kreative Risiken waren nicht seine Kernaufgabe – dafür sorgte er, dass die Spiele überhaupt fertig wurden.

Vom Gears-Krieg zum Höllentor

Vor Diablo hatte Fergusson schon einige Schwergewichte auf der Liste: Gears of War bei Epic und The Coalition, BioShock Infinite in einer chaotischen Endphase. Sein Stil ist pragmatisch, deadlinegetrieben, fokussiert. Kein Mann der großen Visionen, sondern einer, der sagt: „Wir ziehen das jetzt durch.“

Für Blizzard bedeutete das: stabilere Produktionszyklen, aber auch Entscheidungen, die nicht jedem gefielen – vor allem, wenn es um Live-Service-Elemente und Monetarisierung ging.

Erfolge, Kritik und der große Spagat

Fergusson musste neue Spieler abholen und gleichzeitig den alten Kern nicht verlieren. Bei Diablo 4 führte das zu einer Mischung aus saisonalem Content, Shop-Angeboten und einem Kernspiel, das versucht, beiden Seiten gerecht zu werden. Für die einen war das der richtige Schritt in die Moderne. Für andere fühlte es sich an, als würde das klassische Diablo-Feeling Stück für Stück verwässert.

Die Stimmung nach der News

Die Reaktionen sind gespalten. Dank und Respekt für die Fertigstellung großer Projekte auf der einen Seite – die Hoffnung auf einen Kurswechsel auf der anderen. Auf Social Media und in Foren wird spekuliert, ob Diablo unter neuer Führung wieder näher an Teil 2 anknüpfen könnte oder ob der eingeschlagene Live-Service-Weg bleibt.

Blizzard selbst hält sich zu Fergussons Nachfolge noch bedeckt. Vessel of Hatred ist in Arbeit, das Team gilt als gefestigt. Aber die Frage bleibt: Wer übernimmt das Steuer – und mit welchem Kurs? Die Fans schauen genau hin.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️