Zum Jahresende hat Valve wie gewohnt seine Übersichten zu den erfolgreichsten Spielen auf Steam veröffentlicht – und selten zuvor wirkte das Ergebnis so widersprüchlich, überraschend und spannend zugleich. Zwar finden sich auf den Listen viele erwartbare Namen, doch gerade die Ausreißer zeigen, wie ungewöhnlich 2025 für die Spielebranche verlaufen ist.
- Selbst sichere Banktitel wirken plötzlich überraschend
- Indie-Games schlagen deutlich über ihrer Gewichtsklasse zu
- Viral, günstig – aber nicht ganz ganz oben
- Call of Duty fehlt – und das sagt alles
- Alte Spiele, neue Erfolge
- Die meistgespielten Titel sind ein Valve-Schaufenster
- Cyberpunk 2077: Vom Problemfall zum Langzeitphänomen
- Fazit
Selbst sichere Banktitel wirken plötzlich überraschend
Ein gutes Beispiel ist Arc Raiders. Der Extraction-Shooter schaffte es direkt in die Platinum-Ränge bei Neuveröffentlichungen und Umsatz. Bemerkenswert ist dabei vor allem der Zeitpunkt: Das Spiel ist erst seit wenigen Monaten verfügbar.
In einem Markt, in dem selbst große Releases oft Wochen brauchen, um Fahrt aufzunehmen, ist das ein starkes Signal.
Indie-Games schlagen deutlich über ihrer Gewichtsklasse zu

Noch auffälliger ist die Präsenz von Indie-Titeln unter den größten Umsatzbringern. Spiele wie Hollow Knight: Silksong oder Schedule 1 erzielten Einnahmen auf Augenhöhe mit Blockbustern wie Battlefield 6 oder Borderlands 4 – trotz Verkaufspreisen von teils unter 20 Dollar.
Valve nennt keine konkreten Zahlen, doch klar ist: Diese Spiele müssen enorme Stückzahlen verkauft haben, um in der Platinum-Kategorie zu landen. Auch Elden Ring Nightreign zeigt, dass Titel unterhalb der klassischen 70-Dollar-Marke 2025 besonders stark performten.
Viral, günstig – aber nicht ganz ganz oben
Der Koop-Hit Peak verpasste zwar knapp die höchste Umsatzstufe, dürfte für die beteiligten Studios Aggro Crab und Landfall Games aber dennoch ein voller Erfolg gewesen sein. Für ein Spiel mit einem Preis von unter 10 Dollar ist allein die Nähe zur Spitze bemerkenswert.
Call of Duty fehlt – und das sagt alles
Eine der größten Überraschungen ist das Fehlen von Call of Duty: Black Ops 7 in den obersten Rängen der Neuveröffentlichungen. Normalerweise ist Call of Duty auf jeder Bestenliste vertreten.
2025 jedoch markiert offenbar einen Wendepunkt: Activision kündigte bereits an, vom jährlichen Release-Zyklus abzurücken. Parallel dazu holte sich Battlefield 6 spürbar Terrain im FPS-Genre zurück.
Alte Spiele, neue Erfolge
Auch The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered performte überraschend stark – ein klares Zeichen dafür, wie groß der Hunger nach Elder-Scrolls-Inhalten bleibt, solange The Elder Scrolls VI weiter auf sich warten lässt.
Ähnlich positiv stachen Dune: Awakening und Kingdom Come: Deliverance 2 hervor, die beide bewiesen, dass Survival- und Hardcore-RPGs weiterhin ein großes Publikum finden.
Die meistgespielten Titel sind ein Valve-Schaufenster
Bei den meistgespielten Games dominieren Dauerbrenner wie Grand Theft Auto V und Stardew Valley. Doch selbst Jahre nach Release behauptet sich auch Left 4 Dead 2 – ein eindrucksvoller Beweis für Langlebigkeit.
Für Valve selbst ist die Liste ohnehin ein Triumphzug mit Counter-Strike 2 und Dota 2 an der Spitze.
Cyberpunk 2077: Vom Problemfall zum Langzeitphänomen

Besonders bemerkenswert bleibt Cyberpunk 2077. Fünf Jahre nach dem katastrophalen Launch taucht das Spiel weiterhin in den Gold-Rängen bei Verkäufen und Spielzeit auf. Mit jedem Jahr wird klarer, dass Cyberpunk 2077 eine ähnliche Langzeitwirkung entfalten könnte wie The Witcher 3.
Fazit
2025 war kein Jahr der sicheren Prognosen. Indie-Games schlugen AAA-Titel, alte Spiele blieben relevant, und selbst Giganten wie Call of Duty wackelten. Die Steam-Listen zeigen vor allem eines: Der Markt folgt längst nicht mehr nur Marketing-Budgets – sondern Aufmerksamkeit, Preis-Leistung und Community-Dynamik.
Veröffentlicht: 31. Dezember 2025 12:53 Uhr