Mitten im Trubel um den 55-Milliarden-Dollar-Buyout von EA hat sich Larian-CEO Swen Vincke zu Wort gemeldet. Dabei hat er einen deutlichen Seitenhieb auf die aktuelle Entwicklung der Branche verteilt. Während Spieler und Entwickler darüber spekulieren, wie sich die Übernahme durch Saudi-Arabiens Public Investment Fund und weitere Investoren langfristig auf Studios und Inhalte auswirken wird, erinnerte Vincke auf X an eine simple Wahrheit: „Spiele schneller und billiger machen, während man mehr verlangt, hat noch nie funktioniert.“
- Geduld statt Fließbandproduktion
- EA-Übernahme und die Frage nach Kreativität
- Skepsis gegenüber KI
Geduld statt Fließbandproduktion
Baldur’s Gate 3 ist dafür das beste Beispiel. Larian ließ sich Zeit, baute Feedback direkt ein und lieferte am Ende ein Rollenspiel, das international gefeiert wurde. Statt jetzt den Turbo einzuschalten, eröffnet das Studio lieber eine neue Storytelling-Abteilung in England. Diese arbeitet bereits an Geschichten für zukünftige Projekte. Vincke betonte: Larian will lieber früh Konzepte erarbeiten, um beim nächsten Großprojekt vorbereitet zu sein – selbst wenn Fans dafür bis mindestens 2028 warten müssen.
EA-Übernahme und die Frage nach Kreativität
Parallel zum Larian-Kurs sorgt die gigantische EA-Übernahme für Unsicherheit. Viele fürchten, dass Studios in Richtung Effizienz gedrängt werden und dass Inhalte durch politische Restriktionen beschnitten werden könnten. Ex-BioWare-Chef Mark Darrah merkte etwa an, es sei „schwer vorstellbar“, dass BioWare seine queeren Charaktere wie bisher umsetzen darf. In diesem Klima gewinnen Stimmen wie die von Vincke an Gewicht – sein klares Plädoyer für kreative Freiheit und Qualität wirkt fast wie ein Gegenentwurf zur aktuellen Industriepolitik.
Skepsis gegenüber KI
Auch beim Thema Künstliche Intelligenz zeigt sich Vincke zurückhaltend. Während Berichte nahelegen, dass EA-Studios künftig stärker auf AI setzen sollen, glaubt er nicht an eine echte Zeitersparnis. „Wenn man Entwicklern mehr Möglichkeiten gibt, machen sie nicht weniger, sondern mehr – und genau das will man eigentlich auch.“ Für ihn bleibt es dabei: Spieleentwicklung braucht Zeit, Talent und Geduld, nicht kurzfristige Abkürzungen.
Veröffentlicht: 3. Oktober 2025 14:29 Uhr