Swen Vincke
Swen Vincke via YouTube

Swen Vincke von Larian: „Schneller und billiger funktioniert nie“

Mitten im Trubel um den 55-Milliarden-Dollar-Buyout von EA hat sich Larian-CEO Swen Vincke zu Wort gemeldet. Dabei hat er einen deutlichen Seitenhieb auf die aktuelle Entwicklung der Branche verteilt. Während Spieler und Entwickler darüber spekulieren, wie sich die Übernahme durch Saudi-Arabiens Public Investment Fund und weitere Investoren langfristig auf Studios und Inhalte auswirken wird, erinnerte Vincke auf X an eine simple Wahrheit: „Spiele schneller und billiger machen, während man mehr verlangt, hat noch nie funktioniert.“

Inhaltsverzeichnis
  1. Geduld statt Fließbandproduktion
  2. EA-Übernahme und die Frage nach Kreativität
  3. Skepsis gegenüber KI

Geduld statt Fließbandproduktion

Baldur’s Gate 3 ist dafür das beste Beispiel. Larian ließ sich Zeit, baute Feedback direkt ein und lieferte am Ende ein Rollenspiel, das international gefeiert wurde. Statt jetzt den Turbo einzuschalten, eröffnet das Studio lieber eine neue Storytelling-Abteilung in England. Diese arbeitet bereits an Geschichten für zukünftige Projekte. Vincke betonte: Larian will lieber früh Konzepte erarbeiten, um beim nächsten Großprojekt vorbereitet zu sein – selbst wenn Fans dafür bis mindestens 2028 warten müssen.

EA-Übernahme und die Frage nach Kreativität

Parallel zum Larian-Kurs sorgt die gigantische EA-Übernahme für Unsicherheit. Viele fürchten, dass Studios in Richtung Effizienz gedrängt werden und dass Inhalte durch politische Restriktionen beschnitten werden könnten. Ex-BioWare-Chef Mark Darrah merkte etwa an, es sei „schwer vorstellbar“, dass BioWare seine queeren Charaktere wie bisher umsetzen darf. In diesem Klima gewinnen Stimmen wie die von Vincke an Gewicht – sein klares Plädoyer für kreative Freiheit und Qualität wirkt fast wie ein Gegenentwurf zur aktuellen Industriepolitik.

Skepsis gegenüber KI

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz zeigt sich Vincke zurückhaltend. Während Berichte nahelegen, dass EA-Studios künftig stärker auf AI setzen sollen, glaubt er nicht an eine echte Zeitersparnis. „Wenn man Entwicklern mehr Möglichkeiten gibt, machen sie nicht weniger, sondern mehr – und genau das will man eigentlich auch.“ Für ihn bleibt es dabei: Spieleentwicklung braucht Zeit, Talent und Geduld, nicht kurzfristige Abkürzungen.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️