Wargaming verspricht mit World of Tanks 2.0 eine neue Ära, doch die Community ist gespalten. Nach einem Jahr voller entfernter Features und reduzierter Updates soll das September-Update alles wiedergutmachen. Tier XI-Panzer, UI-Überholung, Matchmaker-Fix – klingt erstmal gut. Aber die ersten Reaktionen zeigen: Viele sehen hier weniger Revolution als vielmehr das, was ohnehin schon längst hätte kommen müssen. Und die neuen Probleme, die dabei entstehen, könnten schwerer wiegen als die Lösungen.
- UI-Disaster statt User Experience
- Tier XI – endlich oder überflüssig?
- Rebalancing – besser spät als nie?
- Matchmaker und Maps – zu wenig, zu spät
- Was fehlt und was verloren ging
- Community-Reaktion: Von Hoffnung bis Wut
- Ein Jahr Hype für das hier?
UI-Disaster statt User Experience
Der größte Kritikpunkt: die komplett überarbeitete Benutzeroberfläche. Was Wargaming als Modernisierung verkauft, sehen viele Spieler als Rückschritt. Mehr Klicks für die gleichen Informationen, versteckte Panzer-Stats, verschlechterte Crew-Übersicht. Ein Veteran schreibt: “Über zehn Jahre Muscle Memory, alles für eine Mobile-Game-UI weggeworfen.”
Das Problem ist nicht das Aussehen, sondern die Bedienung. Wo früher zwei Panzer-Reihen reichten, braucht’s jetzt Scrollen. Post-Battle-Ergebnisse zeigen weniger Infos auf mehr Platz. Das sind klassische UX-Fails, die erfahrene Spieler richtig nerven werden.
Tier XI – endlich oder überflüssig?
16 neue Tier XI-Panzer kommen ins Spiel, aber auch hier ist die Community skeptisch. Statt echter historischer Fahrzeuge gibt’s wieder Fantasy-Panzer mit Namen wie “Hirschkäfer”. Ein Spieler fragt zurecht: “Erkennt jemand den Hirschkäfer? Nein. Aber Leopard 2 Proto oder MBT-70 hätten alle gekannt.”
Die neuen Mechaniken klingen interessant, aber letztendlich sind’s nur 16 weitere Panzer in den Tech Trees. Kein revolutionäres Freischalt-System, nur eine weitere Grind-Stufe. Wer die deutschen Light Tanks durchgrinden muss, um an den neuen Tier XI zu kommen, wird wenig Freude haben – die deutschen Tier X Lights sind seit Jahren unbrauchbar, während EBR und Manticore die Meta dominieren.
Rebalancing – besser spät als nie?
Über 350 Fahrzeuge werden angepasst, endlich. Aber wie ein Spieler anmerkt: Das sollte kontinuierliche Wartung sein, kein Marketing-Feature für ein 2.0-Update. Stell dir vor, Call of Duty würde mit “diesmal einigermaßen balanciert” werben.
Die großen Problemfälle laut Community bleiben unerwähnt. Kein Wort zu LeFH, BZ-176 oder EBR 75 – den Panzern, die so kaputt sind, dass Wargaming sie quasi kaum an den Spieler bringt. Und Artillerie? Das universell gehasste Element bleibt unangetastet, obwohl die Community seit Jahren nach Fixes schreit.
Matchmaker und Maps – zu wenig, zu spät
Der neue Matchmaker bringt Features, um die die Community seit einem Jahrzehnt bettelt. Dass Badger nicht mehr gegen Grille 15 antritt, ist schön – aber hätte schon vor Jahren passieren müssen, nicht in einem großen 2.0-Update.
Eine neue Map. Singular. Nordskar sieht interessant aus, aber eine Map für ein Jahr Entwicklung? Andere supertestete Map-Überarbeitungen haben’s nicht ins Update geschafft. Bei Wargamings Korridor-Design-Philosophie wird auch diese Map wahrscheinlich aus bekannten Elementen bestehen.
Was fehlt und was verloren ging
Ray Tracing? Wargaming arbeitet seit acht Jahren daran, im Tech-Demo ist’s verfügbar. Aber in 2.0? Fehlanzeige. Havoc Physics für Panzerteile, vor zehn Jahren angekündigt? Auch nicht da. Hochauflösende Texturen, die nach 1.0 wieder entfernt wurden? Nope.
Schlimmer noch: 2025 wurden Features entfernt unter dem Versprechen, dass das September-Update sie ersetzen würde. Top of the Tree, Blueprints in Daily Missions – weg. Das bisschen gesparte XP durch wegfallende Module macht das nicht wett. Der Grind wird sogar länger, weil Tier XI dazukommt.
Community-Reaktion: Von Hoffnung bis Wut
Die Meinungen sind gemischt, aber der Grundton ist Skepsis. “Besserer Matchmaker und Balancing reichen mir, um das Update nicht zu hassen”, schreibt ein Spieler – das ist schon fast wohlwollend.
Andere sind deutlicher: “Was haben wir bekommen? Mehr Panzer? Das gleiche wie die letzten Jahre. Sie haben Project CW eingestampft, die Panzer zu Tier XI gemacht und nennen es Innovation.” Die Frustration über 2025 sitzt tief – ein Jahr voller Monetarisierung und entfernter Features, nur für dieses Update.
Ein Jahr Hype für das hier?
Die Kernprobleme von World of Tanks bleiben: RNG, Artillerie, schlechte Teammates auf wichtigen Positionen. 2.0 behebt nichts davon. Stattdessen gibt’s neue Probleme durch die UI-Änderungen und mehr vom Gleichen als echte Innovation.
Ein langjähriger Spieler bringt es auf den Punkt: “2025 war das schlechteste Jahr für World of Tanks, und 2.0 ändert daran nichts. Es ist nicht der Retter-Update, aber auch keine Katastrophe – nur mehr vom Gleichen. Damit startet man keine neue Ära.”
Der September wird zeigen, ob Wargaming recht behält oder ob die Community-Skepsis berechtigt ist. Aber die ersten Signale deuten eher auf Letzteres hin.
Veröffentlicht: 29. August 2025 08:55 Uhr