Fast fünf Jahre nach Release fällt die Bilanz für die Xbox Series X|S und damit Microsoft ernüchternd aus. Weltweit sollen nach aktuellen Schätzungen von bekannten Leakern rund 33 Millionen Geräte verkauft worden sein – manche Quellen gehen sogar von weniger als 30 Millionen aus. Zum Vergleich: Die PlayStation 5 steht bei über 76 Millionen Einheiten. Der Abstand ist nicht nur gewaltig, er wächst weiter.
- Rückstand mit Ansage
- Warum die Xbox zurückfällt
- Die Stimmung in der Community
- Microsofts Plan für die Zukunft
Rückstand mit Ansage
Die Series X|S kam im November 2020 auf den Markt und hätte eigentlich das Duell mit Sony neu beleben sollen. Doch der Vorsprung der PS5 ist längst auf über 43 Millionen Geräte angewachsen. In den USA liegt der Xbox-Marktanteil bei etwa 30 Prozent, während Sony rund 70 Prozent erreicht. Selbst Preiserhöhungen bei der Series X konnten den Trend nicht brechen – im Gegenteil, im Frühjahr 2025 gingen die Verkaufszahlen weiter zurück.
Im Vergleich zu früheren Xbox-Generationen schneidet die aktuelle Serie ebenfalls schwächer ab. Die Xbox One hatte zu diesem Zeitpunkt fast 41 Millionen Einheiten verkauft, die 360er lag sogar noch besser. Mit über 57 Millionen insgesamt wird die One von der Series X|S voraussichtlich nicht eingeholt.
Warum die Xbox zurückfällt
Mehrere Faktoren haben die aktuelle Generation ausgebremst. Sony punktet mit starken Exklusivspielen, hoher Verfügbarkeit und einer klaren Markenidentität. Nintendo besetzt mit der Switch eine ganz eigene Nische – mobil, ikonisch und mit Eigenmarken, die Millionen binden. Microsoft hingegen hat in den letzten Jahren kaum exklusive Blockbuster für die Xbox veröffentlicht. Viele Titel erscheinen parallel für PC und teils sogar für PlayStation.
Dieser Strategiewechsel – weg von reiner Hardware-Exklusivität, hin zu einem plattformübergreifenden Ökosystem – hat den Game Pass ins Zentrum gerückt. Für Abo-Spieler ist das attraktiv, für klassische Konsolen-Käufer dagegen weniger ein Kaufargument.
Die Stimmung in der Community
Unter Xbox-Fans herrscht eine Mischung aus Treue, Frust und Skepsis. Viele fordern wieder mehr Spiele, die es nur auf dieser Plattform gibt. Andere begrüßen den Service-Fokus, sehen aber die Gefahr, dass die Konsole selbst an Bedeutung verliert. Diskussionen über die Zukunft der Marke Xbox werden lauter – und Microsoft muss zeigen, dass der eingeschlagene Kurs nicht nur für Aktionäre, sondern auch für Spieler funktioniert.
Microsofts Plan für die Zukunft
Statt mit reinen Verkaufszahlen zu punkten, setzt Microsoft auf Wachstum über Services, Abos und Cloud-Gaming. Der Game Pass bleibt dabei das Herzstück: Neue Titel sollen weiterhin ab Release im Abo landen, Hardware-Upgrades und neue Geräte sind in Arbeit. Ziel ist, Xbox als Marke zu positionieren, die unabhängig vom Gerät funktioniert – ob auf Konsole, PC oder Cloud.
Für Gamer bedeutet das eine klare Wahl: Wer auf Hardware-Exklusivität setzt, findet bei PlayStation und Nintendo aktuell mehr Gründe, sich festzulegen. Wer dagegen Flexibilität und einen stetig wachsenden Spielekatalog zum monatlichen Preis schätzt, kann vom Game Pass profitieren.
Ob Microsoft mit dieser Ausrichtung langfristig den Rückstand aufholt oder sich endgültig von der Konsolenkrone verabschiedet, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen – und hängt davon ab, ob es gelingt, wieder echte Begeisterung für die eigene Hardware zu entfachen.
Veröffentlicht: 9. August 2025 21:50 Uhr